Abwassserentsorgung : Zweites Auto – schnellere Leerung

So idyllisch kann das Gärtnerleben sein: Dieter Echelmeyer und Ursula Bartsch sind Parzellennachbarn und treffen sich oft zum gemeinsamen Plausch.
So idyllisch kann das Gärtnerleben sein: Dieter Echelmeyer und Ursula Bartsch sind Parzellennachbarn und treffen sich oft zum gemeinsamen Plausch.

Nächste Runde im Abwasserstreit bei den Kleingärtnern: Stadt verspricht endlich rasche Terminvergabe und zügigere Entsorgung

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27. Juni 2015, 08:00 Uhr

Abwasserentsorgung – wohl das Wort, das Kleingärtner in Schwerin zum Unwort des Jahres wählen würden, wenn sie könnten. Denn nicht nur die nun höheren Kosten für die Leerung der Sammelgruben durch die Schweriner Abwasserentsorgung (SAE) sorgen für Ärger, sondern besonders die Terminfindungsschwierigkeiten mit dem beauftragten Unternehmen (SVZ berichtete).

Immer wieder erreichen die SVZ-Redaktion Schreiben verärgerter Parzellenbesitzer. So auch von Hans-Joachim Grande vom Kleingartenverein „Gute Erde“. In einem Schreiben schildert Grande mehrere Anläufe und schwierige Absprachen, die dann immer wieder über den Haufen geworfen worden seien. „Es wurde ein Termin für den 9. Mai vereinbart und den Gartenpächtern übermittelt“, so Grande. Doch der Vorsitzende des Vereins, Edgar Rodat, bekam am 8. Mai eine E-Mail, in der ihm mitgeteilt wurde, dass der Termin ausfällt. „Ein neuer Termin wurde nicht mitgeteilt. Da nicht alle Kleingärtner Rentner sind, konnte der Vorsitzende die Absage den 14 Pächtern erst am späten Abend telefonisch übermitteln“, ärgert sich Grande.

„Für diese Umstände kann ich mich nur entschuldigen“, sagt Lutz Nieke von der Schweriner Abwasserentsorgung, die für die Abrechnung zuständig ist. Er räumt einige Anfangsschwierigkeiten ein. „Wir haben versucht, die Termine, die durch die alte Firma gemacht wurden, zu übernehmen.“ Diese Parzellen sollten dann durch die WAG abfahren werden, die den Zuschlag nach der Ausschreibung durch den städtischen Eigenbetrieb bekam. „Doch leider ging uns das Fahrzeug kaputt. Dadurch konnten wir die Kleingärtner nicht früher informieren“, erklärt Nieke. Ein neuer Abfuhrtermin wurde für den 12. Mai in der Zeit von 12 bis 16 Uhr vereinbart. Um 14.30 Uhr kam dann das Fäkalienfahrzeug auf das Vereinsgelände und begann, die Gruben abzupumpen. „Beim zwölften Garten sahen die Mitarbeiter auf die Uhr und erklärten dem Gartenbesitzer, jetzt wäre es 16 Uhr, sie hätten Feierabend und ließen den verdutzten Kleingärtner stehen“, so Grande. Dem entgegnet Nieke: „Es stimmt, wir konnten nicht alle Gärten abfahren. Das Auto war schlichtweg voll. Wir können vorher nicht wissen, wie viel Liter in jeder Grube drin sind.“ Der Kleingärtner besorgte sich einen neuen Termin für den 26. Mai. „Doch auch dieser Termin wurde nicht eingehalten“, berichtet Grande. Hier war anscheinend höhere Gewalt im Spiel, denn wieder ging das Fäkalienauto kaputt. „Es wurde aber inzwischen repariert und es gibt nun auch ein zweites Fahrzeug“, so Nieke.

Inzwischen wurden von alle vereinbarten Gärten die Abwässer abgefahren. „Als Entschuldigung haben wir einen Preisnachlass gewährt“, erzählt Nieke. Seit April sei das Abwasser von rund 1500 Kleingärten abgefahren worden. „Jetzt klappt alles.“ Falls es doch Probleme gäbe, habe die SAE ein Beschwerdemanagement eingerichtet, an sich die Kleingärtner wenden können.

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