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Zeitung für die Landeshauptstadt

22. November 2017 | 21:39 Uhr

Schwerin : Zweiter Biohof am Stadtrand?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Groß Medeweger Pioniere helfen Interessenten, die im Nachbardorf eine ökologische Wohn- und Lebensgemeinschaft aufbauen wollen

von
erstellt am 17.Mai.2015 | 23:15 Uhr

Drei Straßen führen zum alten Gut Klein Medewege, aber nur selten verschlägt es jemanden hierher. Bislang jedenfalls. Vom Biohof in Groß Medewege geht jetzt die Initiative aus, das alte Gut zu kaufen und nach dem Vorbild des erfolgreichen Bruders umzugestalten. Ein entsprechendes Konzept wurde vor wenigen Tagen an die Stadtverwaltung geschickt. Denn die Landeshauptstadt ist Eigentümer des Areals.

Das Gutshaus auf der Anhöhe ist ein wenig kleiner als das auf dem Biohof. „Es hat etwa drei Viertel der Fläche von unserem“, sagt Peter Zimmer, der seit 1992 in Groß Medewege lebt und das Baugeschehen dort koordiniert. Er versteht sich als Geburtshelfer des neuen Projekts. „Wir rechnen grob, dass hier Wohnraum entstehen könnte für etwa 40 Leute.“ Die Ziele, die sich die neue Initiative gesteckt hat, gehen aber weit über idyllisches Wohnen hinaus: eine „sozial-ökologische Lebensgemeinschaft“ soll entstehen „mit dauerhaften Arbeitsplätzen und einer weltoffenen Hofkultur“. Landwirte, Künstler, Handwerker und Therapeuten sollen sich ansiedeln. Ein Kindergarten ist gewünscht. Heilpädagogisches Wohnen ist ebenso angedacht wie Tagesangebote für Kinder und Jugendliche aus problematischen Elternhäusern.

Zu einem möglichen Kauftermin sollen mindestens fünf neue Bewohner eine Gesellschaft gründen und als solche unterschreiben. Bis dahin führt die OHG Medewege die Verhandlungen mit der Stadt. So der Plan.

Das alte Gutshaus in Klein Medewege ist teilweise vermietet, einige Anbauten stehen leer. Der alte Park wird kaum mehr gepflegt. Katharina Bergmann-Weu schwärmt von seiner einstigen Pracht. Er gehörte zum Volkseigenen Gut, das kurz nach der Wende aufgegeben, das Land an andere Betriebe verpachtet wurde. Seit Anfang der 90er-Jahre lebt Katharina Bergmann-Weu mit ihrem Mann in einem der Höfnerhäuser. Wie viele ihrer Nachbarn würde sie sich über mehr Leben auf dem Gut freuen. In den Planungen der Stadt komme Klein Medewege heute nämlich kaum mehr vor, bemängelt sie. „Wenn unsere Kinder mit dem Rad zur Schule fahren, haben wir oft Angst“, sagt sie und hofft durch das neue Projekt auf Radweg, Bushaltestelle und insgesamt mehr Aufmerksamkeit für den kleinen Ort am Rande der Stadt.

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