Volkshochschulen : Zweiter Bildungsweg bald gebührenfrei

Schulabschlüsse an Volkshochschulen in MV kosten derzeit bis zu 891 Euro.

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17. März 2014, 07:45 Uhr

Wer in MV einen Schulabschluss an der Volkshochschule nachholen will, muss künftig dafür nicht mehr bezahlen. Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) versprach im Gespräch mit unserer Redaktion: „Bis spätestens 2016 wird es keine Gebühren auf dem Zweiten Bildungsweg mehr geben.“ Ziel sei es, das Vorhaben schon für das Schuljahr 2014/15 umzusetzen. Ob das gelingt, sei noch offen. Das Bildungsministerium sei dazu mit den Landkreisen und kreisfreien Städten als Träger der Volkshochschulen im Gespräch, sagte Brodkorb. Es gehe vor allem um organisatorische Fragen und einheitliche Standards. Noch gebe es zwischen den Trägern nicht nur große Unterschiede bei den Gebühren, sondern auch bei den Honoraren für Lehrkräfte.

Schulabschlüsse auf dem Zweiten Bildungsweg waren in MV zuletzt immer teurer geworden. Wer beispielsweise in Rostock an der Volkshochschule die Berufsreife (Hauptschulabschluss) nachholen will, muss seit dem vergangenen Jahr 157,50 Euro pro Semester bezahlen. Vorher waren es 102,26 Euro. In Schwerin werden sogar 205 Euro pro Semester fällig und Wismar verlangt für den gesamten Kurs 642 Euro. Für den Hauptschulabschluss sind im Durchschnitt zwei Semester notwendig.

Wie aus der Antwort des Schweriner Bildungsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Landtagsabgeordneten Simone Oldenburg (Linke) weiterhin hervorgeht, sind die Kursgebühren für die Erlangung der Mittleren Reife (Realschulabschluss) ebenfalls hoch. In Wismar kostet der gesamte Kurs 891 Euro. Schwerin nimmt für das Semester wie beim Hauptschulabschluss 205 Euro und Rostock 157,50 Euro. Im vergangenen Jahr legten an den Volkshochschulen im Land 93 Schüler erfolgreich die Prüfung für die Berufsreife und 209 Schüler für die Mittlere Reife ab.

Der Zweite Bildungsweg ist gerade für MV wichtig. Das Küstenland hat mit 10,3 Prozent den höchsten Anteil an Schulabgängern ohne Schulabschluss in Deutschland.

Gebührenfreiheit hatten sich SPD und CDU bereits 2011 als Ziel in die Koalitionsvereinbarung geschrieben. Die Opposition fordert die Umsetzung. „Die anfallenden Gebühren stellen für das Gros der Frauen und Männer, die einen Schulabschluss nachholen wollen, eine unüberwindbare Hürde dar“, argumentierte Simone Oldenburg. 600 000 Euro im Jahr müsse das Land für die Gebührenfreiheit letztlich zahlen.

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