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Rettungsdienst in Schwerin : Zweite Feuerwache kommt später

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Auszug der Freiwilligen Wehr Mitte aus der Lübecker Straße verzögert sich – drei Standorte sind im Gespräch, auch noch KIW Vorwärts

von
erstellt am 14.Sep.2017 | 05:00 Uhr

Eigentlich sollte die Berufsfeuerwehr schon längst von zwei Standorten aus – der Graf-Yorck- und der Lübecker Straße – zu Einsätzen ausrücken können. So sieht es jedenfalls der aktuelle Brandschutzbedarfsplan der Stadt vor. Doch noch steht den Lebensrettern und Brandbekämpfern nur die Feuerwache auf dem Dreesch zur Verfügung. Und das wird vermutlich auch noch mindestens ein Jahr so bleiben. Denn bevor die Berufswehr in die Lübecker Straße ziehen kann, muss die Freiwillige Wehr Mitte dort ihren Platz räumen. Und das ist eben nicht so einfach.

Grund für die zweite Feuerwache sind die Rettungszeiten. Zwar hat die Feuerwehr trotz weiter Strecken in den vergangenen Jahren stets zu mehr als 80 Prozent die vorgegebenen Rettungsfristen von 13 Minuten zwischen der Alarmierung und dem ersten „Wasser marsch!“ einhalten können. Aber was nützt eine Statistik, wenn im Einzelfall der Weg zu weit ist, um schnell eingreifen zu können? Die Überschreitungen der Einsatzzeiten betreffen vor allem Alarmierungen aus dem nördlichen Schwerin – beispielsweise Medewege und Friedrichsthal, aber auch Lankow. Für die Berufsfeuerwehrleute ist der Anfahrtsweg von der Graf-Yorck-Straße einfach zu lang.

Ein Standort der Feuerwehr in der Weststadt würde es einfacher machen. Dann könnten die Brandbekämpfer das ehrgeizige Ziel umsetzen, in 90 Prozent der Fälle innerhalb von neuneinhalb Minuten mit mindestens sechs Einsatzkräften der Berufswehr alle Notfälle im Stadtgebiet zu erreichen.

Die ursprüngliche Idee, dass die Freiwillige Wehr in die Hallen und Garagen im Eingangsbereich des Geländes von KIW Vorwärts umzieht, liegt derzeit auf Eis. Denn der Schweriner Investor und Architekt Ulrich Bunnemann hat Interesse bekundet, das Areal am Mittelweg zu kaufen. Für die Feuerwehr gäbe es bei seinem Konzept keinen Platz.

„Wir haben uns im Hauptausschuss entschieden, den Umzug der Freiwilligen Feuerwehr zurückzustellen, weil es die Chance gibt, nach 25 Jahren vergeblicher Versuche endlich das Vorwärts-Gelände entwickeln zu können“, sagt Dezernent Bernd Nottebaum, verantwortlich für den Brandschutz und die Stadtentwicklung. Das gesamte Vorwärts-Gelände sei zum Verkauf ausgeschrieben. Bis Freitag können noch Gebote abgegeben werden. Die Stadt erwartet neben dem Schweriner Angebot weitere Interessenten. „Vielleicht ist auch ein Investor dabei, der die Feuerwehr in seine Planung integriert“, sagt Nottebaum. Dann könnte alles sehr schnell gehen mit der zweiten Feuerwache.

Doch auch für den Fall, dass dort kein Platz ist, haben Stadt und Feuerwehr einen Plan B in der Tasche. Geprüft wurden als Standorte vom Zentralen Gebäudemanagement und den Feuerwehrleuten die alte Wetterstation in der Lübecker Straße und die ehemalige Berufsschule in der Güterbahnhofstraße. Die Freiwillige Wehr Mitte bevorzugt laut Nottebaum den letzteren Standort. Das Areal gehört der Deutschen Bahn, Die hat angekündigt, es zum Verkauf ausschreiben zu wollen. Dezernent Nottebaum ist daher überzeugt, bis Ende nächsten Jahres mit der zweiten Feuerwache und einem neuen Domizil für die Freiwillige Feuerwehr Mitte den Brandschutzbedarfspan von 2015 endlich umsetzen zu können.

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