Energiewende : Zwei Windparks bei Plate

44 Eignungsgebiete für neue Windpark verzeichnet die neue Windparkplanung.
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44 Eignungsgebiete für neue Windpark verzeichnet die neue Windparkplanung.

Pläne für neue Eignungsräume liegen jetzt aus: Bis 30. Mai können Bürger Einsicht und Stellung nehmen.

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07. März 2016, 21:00 Uhr

In Sachen Windparkplanung wird es jetzt konkret: Seit voriger Woche liegt der „Entwurf zur ersten Stufe des Beteiligungsverfahrens zur Teilfortschreibung des Regionalen Raumentwicklungsprogramms Westmecklenburg“ aus. 44 Eignungsgebiete für neue Windpark sind darin verzeichnet, sie erstrecken sich über 6500 Hektar. „Auch wir sind betroffen“, stellt Plates Bürgermeister Ronald Radscheidt beim Blick auf das Kartenblatt 11 fest. „Und das gleich zweimal.“

Plate-West heißt der erste Eignungsraum, der schon vor Jahren als Standort für Windräder im Gespräch war. Doch das Vorhaben zerschlug sich, die Gemeinde verfolgte es ganz bewusst nicht weiter. „Denn die Bürger hatten sich auf zwei großen Beratungen klar dagegen ausgesprochen“, bringt Radscheidt in Erinnerung. Außerdem gibt es für die 292 Hektar große Fläche nahe der A 14 noch andere Pläne: Genau an dieser Stelle soll der A-14-Anschluss für den Schweriner Industriepark Göhrener Tannen entstehen. Und auch für die neue Anbindung der Kreisstraße wird dann Platz benötigt. „Das spricht aus unserer Sicht gegen einen Windpark an dieser Stelle“, betont Radscheidt. Schon in der „Vorab-Beteiligung“ der Gemeinden hatten die Plater das dem Regionalen Planungsverband so mitgeteilt. Doch diese Bedenken wurden nicht berücksichtigt, ebenso wie der dritte Ablehnungsgrund der Plater: Die Gemeindevertreter befürchten, dass die Windräder die touristische Entwicklung hemmen. „Vom jeden Boot auf der Stör aus wären die Windräder zu sehen.“ Doch der Bürgermeister weiß auch, dass das „nur“ so genannte weiche Kriterien sind. Harte Ausschlussfaktoren, wie den Horst einen geschützten Raubvogels, haben die Plater nicht zu bieten. „Ich halte unsere Argumente dennoch zu stichhaltig und fühle mich auch dem Bürgervotum verpflichtet“, betont Radscheidt.

Und zwei der drei Ablehnungsgründe gelten natürlich auch für Plate-Ost. „Diese Planung hat uns zudem überrascht“, wie Ronald Radscheidt betont. Denn ohne jegliche Vorinformation an die Gemeinde tauchte in dem aktuellen Entwurf der neue, 36 Hektar große Eignungsraum kurz vor dem Neddelrad in Richtung Sukow auf.

„Wir werden uns in der Gemeindevertretung mit dem ausgelegten Entwurf befassen und dazu Stellung nehmen“, betont der Bürgermeister. Fakten und Anregungen aus der Bevölkerung sind da willkommen. Und mehr noch: „Ich hoffe, dass viele Bürger selbst Einsicht in die Unterlagen nehmen und sich dazu auch äußern.“ Die seien im Übrigen gut zusammengefasst und übersichtlich aufgearbeitet worden, betont der Bauingenieur. Im Internet sind die Unterlagen unter unter http://www.raumordnung-mv.de zu finden. Als 27-seitige Broschüre liegen diese Unterlagen auch öffentlich aus. So im Landesamt für Raumordnung in Schwerin, im Schweriner Stadthaus, bei der Kreisverwaltungen in Grevesmühlen und Wismar sowie in Ludwigslust und Parchim. Und auch in den vier Amtsverwaltungen im Schweriner Umland.

Der Planungsverband muss danach diese erste Fassung überarbeiten. Wahrscheinlich kommt Ende 2016 eine zweite Fassung des Raumentwicklungsprogramms auf den Tisch. Auch da gibt es wieder eine öffentliche Beteiligung. Ende 2017/Anfang 2018 soll das Raumentwicklungsprogramm einschließlich der Pläne für neue Windparks in Kraft treten.

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