Schweriner See : Zwei Inseln mit seltsamen Namen

Schwestern im Ziegelsee: Die Große Murrkiteninsel ist gut zwei Hektar groß, die Kleine Murrkiteninsel nicht einmal einen halben Hektar. Links im Bild ist der Wendenhof zu sehen.
Schwestern im Ziegelsee: Die Große Murrkiteninsel ist gut zwei Hektar groß, die Kleine Murrkiteninsel nicht einmal einen halben Hektar. Links im Bild ist der Wendenhof zu sehen.

Schwerin ist die Stadt der Seen, Wälder und Inseln. Die Große und die Kleine Murrkiteninsel im Ziegelsee sind ein wichtiges Brutgebiet für Graugänse.

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19. April 2017, 23:56 Uhr

Die Eiszeit hat nicht nur zahlreiche Seen in wunderbarer Landschaft in der Region hinterlassen. Auf dem Schweriner Stadtgebiet gibt es auch einige Inseln. Im Ziegelaußensee sind es die Große und die Kleine Murrkiteninsel.

Wassersportler und Naturschützer kennen sie, der Mehrheit der Schweriner dürften die beiden Inseln weitgehend unbekannt sein. Die Eilande liegen südlich von Frankenhorst und sind beide bewaldet. Bedeutung haben die Inseln vor allem als Brutgebiet für Graugänse. Die äsen dann mit ihren Gösseln auf dem Grasland unterhalb der Wickendorfer Straße. Allerdings ist die Population der Graugänse in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Andererseits zieht es viele Schweriner an den Bellevue genannten Hang. Das stört die Gänse, sie weichen in die Röhrichtstreifen am Ziegelsee aus. „An manchen Stellen sieht es aus, als wäre jemand mit dem Balkenmäher durch das Schilf gegangen“, sagt der Chef der städtischen Umweltbehörde, Dr. Hauke Behr. „Das ist eine heikle Kiste.“ Denn dadurch fehlt anderen Wasservogelarten der Brutraum. Gegen die Graugänse will der Umweltfachdienst der Stadt nichts unternehmen. Allerdings sollen die Störungen der Tiere vermindert werden. „Wir überarbeiten die Regeln für das Landschaftsschutzgebiet“, sagt Behr. „Hunde müssen in dem Gebiet dann an der Leine geführt werden.“ Außerdem werden 15 Hektar Ackerland in der Nähe in Grünland umgewandelt – als Nahrungsfläche für die Graugänse. „Dies ist eine Ausgleichsmaßnahme für die neue Brücke über die Eisenbahnstrecke nach Bad Kleinen.“

„Zur Herkunft des etwas seltsam klingenden Namens Murrkiteninsel gibt es mehrere Versionen“, sagt Dieter Greve. Der ehemalige Leiter des Schweriner Vermessungsamtes beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Flurnamen und deren Herkunft. „Murrkiten könnte von Moskovitern abgeleitet sein“, so Greve. Denn in mehreren Kriegen sind russische Truppen durch Mecklenburg gezogen. Möglich wäre aber auch die Herkunft aus dem altslawischen Murkiek oder Moorkiek. Mruku bedeutet so viel wie dunkel, mokru so viel wie feucht. Das könnte sich auf das Wasser oder die Sumpflandschaft am Ziegelsee beziehen. „Man kann bei Flurnamen aber nie ganz sicher sein.“ Andere Autoren leiten aus dem Namen Murrkiten auch Moorküken, kleine Moorinseln oder Blick ins Moor ab.

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