Azubi-Mangel : Zwei freie Lehrstellen pro Bewerber

Lion Holz ist Lehrling bei Flamm Aerotec (r.). Jetzt erhielt er an seinem Arbeitsplatz  Besuch  von Wirtschaftsminister Harry Glawe (2.v.r.), Flamm-Aerotec-Geschäftsführer Frieder Flamm und Margit Haupt-Koopmann, Leiterin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit.
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Lion Holz ist Lehrling bei Flamm Aerotec (r.). Jetzt erhielt er an seinem Arbeitsplatz Besuch von Wirtschaftsminister Harry Glawe (2.v.r.), Flamm-Aerotec-Geschäftsführer Frieder Flamm und Margit Haupt-Koopmann, Leiterin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit.

Besonders hoher Azubi-Mangel in Schwerin: Für Berufsorientierungsmaßnahmen stehen 13,7 Millionen Euro bereit

svz.de von
05. August 2014, 10:00 Uhr

Realschulabschluss mit Note 2 in Mathe und Physik, Einstellungstest bestanden und schon mehrere Praktika im Betrieb absolviert: Flamm Aerotec fackelte nicht lange und gab Lion Holz aus Pampow einen Ausbildungsplatz als Fertigungsmechaniker im Schweriner Werk des Flamm-Konzerns. Mittlerweile hat der 17-Jährige das erste von insgesamt drei Lehrjahren geschafft und sich in verschiedenen Bereichen bewährt. An diesem Morgen hilft er dabei, einen Aluminiumkasten zu bearbeiten, der später einmal im Cockpit eines Airbusses installiert werden soll. „Er macht seine Arbeit gut“, sagen seine Vorgesetzten, die auf Zuverlässigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Fleiß viel Wert legen. Gesucht und gefunden.

Viele Betriebe in MV hingegen suchen immer noch, haben aber noch keinen Lehrling gefunden. Derzeit sind bei der Bundesagentur für Arbeit 4700 Ausbildungsplätze zu besetzen. Bewerber für eine Lehrstelle gibt es hingegen nur 2900. „Rein rechnerisch fallen derzeit 1,34 Ausbildungsplatzangebote auf einen Bewerber. In Schwerin liegt der Schlüssel sogar bei 1,9 zu 1“, sagt Wirtschaftsminister Harry Glawe. Gemeinsam mit der Leiterin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann, ist er zu Besuch bei der Flamm Aerotec GmbH. „Das Durchschnittsalter der Belegschaften beträgt inzwischen 47 Jahre. Es ist im eigenen Interesse der Firmen, sich jetzt um den Nachwuchs zu kümmern“, sagt Glawe. Schüler-Praktikumsplätze anbieten, Teilnahme an Berufsorientierungsprojekten – das seien Möglichkeiten für Firmen, um junge Menschen frühzeitig auf ihr Unternehmen aufmerksam machen zu können.

In die Berufsorientierung – die zielgerichtete Vermittlung von Ausbildungsplätzen – sollen jetzt Millionen fließen. Laut Glawe stehen für die Frühorientierung nebst Betriebspraktika von 2015 bis 2021 rund 13,7 Millionen Euro bereit, die zu 51 Prozent vom Land aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds finanziert werden. Für Margit Haupt-Koopmann hat dabei die so genannte Einstiegsqualifizierung einen großen Stellenwert. Dieses Langzeitpraktikum böte für die Betriebe den Vorteil, die jungen Menschen im Arbeitsalltag kennen zulernen. „Hier, in der beruflichen Praxis können sie Stärken und Talente zeigen, die in einem Schulzeugnis nicht dokumentiert werden“, so Haupt-Koopmann. Nach ihren Angaben hat der Rückgang der Bewerberzahlen Veränderungen bei vielen Betrieben im Land bewirkt. „Es werden mehr junge Leute direkt nach der Ausbildung übernommen. Wir merken das bei den sinkenden Arbeitslosmeldungen im Sommer.“

Auch Lion Holz hat, genau wie die derzeit sieben anderen Azubis bei Flamm Aerotec, beste Übernahmechancen. Und seit einem halben Jahr gibt es in der Firma auch die Ausbildungsvergütung nach Tarif.

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