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Zeitung für die Landeshauptstadt

25. September 2017 | 01:03 Uhr

Flüchtlinge in Schwerin : Zuwanderer lieben Schwerin

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Viele anerkannte Flüchtlinge zieht es in die Landeshauptstadt und auch der Familiennachzug aus den Krisengebieten nimmt zu

von
erstellt am 15.Feb.2017 | 08:00 Uhr

Im Schweriner Melderegister ist die Landeshauptstadt schon längst mit der Einwohnerzahl über die magische Marke von 100 000 geklettert, die über den Großstadtstatus entscheidet. Doch verwertbar sind nur die offiziellen Zahlen aus dem Statistischen Amt des Landes. Und die liegen noch nicht vor. Neben dem Zuzug vor allem junger Familien ist dieser Anstieg vor allem Schwerins Attraktivität bei Zuwanderern zu verdanken.

„Im Gegensatz zu Rostock verfügen wir über freien Wohnraum“, erklärt Sozialdezernent Andreas Ruhl auf SVZ-Nachfrage. Und da es in Mecklenburg-Vorpommern für anerkannte Flüchtlinge keine Residenzpflicht gibt, wählen sie den ihnen am attraktivsten erscheinenden Wohnort mit der geeigneten Infrastruktur.

Dazu zählen neben dem Wohnungsangebot vor allem schnelle Internetverbindungen, um den Kontakt in die Heimat halten zu können. Schwerin ist gut mit Breitband versorgt. „Schwerin ist inzwischen Spitzenreiter im Land, was den Zuzug von Zuwanderern betrifft“, bilanziert der Sozialdezernent.

Hinzu komme ein vermehrter Familiennachzug. In der Anfangsphase sind vor allem Männer über die oftmals lebensgefährlichen Flüchtlingsrouten nach Deutschland gekommen. Nach ihrer Anerkennung als Flüchtling holen sie jetzt verstärkt ihre Familien hinterher.

So sehr der Anstieg der Einwohnerzahl den Finanzdezernenten Andreas Ruhl freut – immerhin gibt es die so genannten Schlüsselzuweisungen vom Land pro Kopf – so sehr bereitet dem Sozialdezernenten diese Zahl Kopfzerbrechen. „Es ist jetzt schon sehr eng in den Schulen unserer Stadt. Hält der Zuzug weiter an, wird es problematisch“, sagt Andreas Ruhl.

Dramatisch stelle sich die Situation für die Betreuung der Kleinsten dar. „Die gerade erst aktualisierte Kindertagesstättenbedarfsplanung ist quasi schon Makulatur“, so der Vize-Oberbürgermeister. Derzeit registriere die Stadt pro Monat zwischen 100 und 150 Neu-Bürger. „Dafür haben wir einfach nicht genügend Kita-Plätze“, so der Dezernent.

Die Lage werde sich voraussichtlich auch nicht komplett entspannen, wenn die im Bau befindlichen Häuser von Dreescher Werkstätten, DRK und Stadt bezugsfertig sind. „Wir gehen davon aus, dass wir in den nächsten Tagen erneut damit beginnen müssen, unsere Kindertagesstättenbedarfsplanung fortzuschreiben“, bilanziert Andreas Ruhl. „Wir müssen nachbessern.“

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