Schwerin : Zukunft der Theater bleibt Aufregerthema

Das Mecklenburgische Staatstheater
Das Mecklenburgische Staatstheater

Angeblicher Geheimbericht zur Finanzierung der Theater im Nordosten aufgetaucht.

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19. Januar 2016, 12:00 Uhr

Ein angeblicher Geheimbericht zur Finanzierung der Theater im Nordosten sorgt in der Landespolitik für Aufregung. Die oppositionellen Grünen beantragten gestern eine Sondersitzung des Bildungs- und Kulturausschusses des Landtags für den kommenden Dienstag. Die kulturpolitische Sprecherin Ulrike Berger sagte auf Anfrage, ihrer Fraktion sei der GSA-Bericht formal zwar bereits im Dezember zugestellt worden, jedoch erst zu Jahresbeginn tatsächlich in der Post gewesen. CDU-Kulturpolitiker Marc Reinhardt, der das Gutachten ebenfalls beim Kultusministerium angefordert hatte, beklagte gestern, dass es seiner Fraktion noch immer nicht vorliege.

Nach einem Bericht der „Ostsee-Zeitung“ geht aus dem Papier aus dem Jahr 2014 hervor, dass das Staatstheater Schwerin im Vergleich zu den anderen Bühnen des Landes mehr Unterstützung vom Land bekommt. Auch seien darin für die Zukunft hohe Verluste – 2018 zum Beispiel 3,9 Millionen Euro – prognostiziert.

Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) entgegnete, die Zahlen seien schon lange nicht mehr aktuell. Derzeit stehe ein Defizit von drei Millionen Euro im Jahr 2020 im Raum, sagte er. Geplant waren demnach 1,6 Millionen Euro. Im Dezember hatte Brodkorb den seit Langem geplanten Einstieg des Landes als Mehrheitsgesellschafter beim Staatstheater deshalb infrage gestellt. Die Verhandlungen mit der Landeshauptstadt wurden kurz darauf aber wieder aufgenommen.

Die Grünen verlangen nun Aufklärung vom Minister, welche Folgen die höheren Defizite in Schweriner für die Theaterreform insgesamt haben werden. „Wir wollen nicht, dass wie bei der Werftenpleite unmittelbar nach der Wahl das böse Erwachen kommt“, sagte Berger. Brodkorb müsse auch erklären, wie die Regierung die Ungleichbehandlung der Theater im östlichen und westlichen Landesteil beenden wolle.

Dazu erwidertee Brodkorb, die Höhe der Landeszuschüsse hänge auch vom Erfolg eines Theaters ab – Zuschauerzahlen und Einspielergebnis. Das Schweriner Theater erwirtschafte über 20 Prozent seiner Einnahmen selbst - weit mehr als alle anderen Theater im Land. Der Bundesschnitt liegt bei 18,4 Prozent.

Iris Leithold

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