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Wirtschaft prüft Schwerins OB-Kandidaten : Zukunft der Stadt gemalt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

IHK und Handwerkskammer befragten OB-Kandidaten, wie Schwerin im Jahr 2023 aussehen könnte

von
erstellt am 20.Jul.2016 | 23:00 Uhr

Es wird alles viel besser, könnte ein Fazit des gestrigen Unternehmerforums zur Oberbürgermeisterwahl lauten. „Neue Akzente für die Wirtschaft“ hatten IHK und Handwerkskammer den Abend überschrieben. Doch irgendwie entglitt das Thema.

Dabei hatte Uwe Lange, Vize-Präsident der Handwerkskammer, zu Beginn den Finger tief in die Wunden gelegt und die Sorgen und Nöte der Schweriner Unternehmer aufgezählt: Was ist mit flächendeckendem schnellen Internet? Was mit dem schlechten Zustand der Straßen, ja insgesamt der notwendigen Infrastruktur, die Firmen für ihre Arbeit so dringend brauchen? Wann gibt es endlich verlässliche Baupläne für städtische Baustellen? Wie ist das mit der Firmenwerbung im öffentlichen Raum? Wann gibt es Sonderparkgenehmigungen für Handwerker? Wie kann die Stadt Ausschreibungen so gestalten, dass regionale Unternehmer besser zum Zuge kommen, die hier Steuern zahlen? Wann hört die Stadt auf, mit der eigenen Wirtschaft zu konkurrieren?

Doch der Fragenkatalog verpuffte. Stattdessen stellte IHK-Geschäftsführer Siegbert Eisenach das Zukunftspapier vor, das die Vollversammlung gerade verabschiedet hat: Es stellt unter mehreren Gesichtspunkten Schwerins jetzigen Zustand dar und Schwerin im Jahr 2030 daneben. Auch Vorschläge, wie das erreicht werden kann, listet es auf. Ein Leitfaden für den neuen OB sozusagen (SVZ berichtet noch ausführlich).

Und dann fragte Handwerkskammer-Geschäftsführer Edgar Hummelsheim die Kandidaten ab, wie sie Schwerin am Ende ihrer Amtszeit sehen würden. Das geriet dann schnell in vielen Punkten zur Mischung aus Wunschdenken und Utopie.

Angelika Gramkow (Linke) sieht beispielsweise einen vollends gefüllten Industriepark in einer voll digitalisierten Stadt, eine exzellente Berufsschullandschaft und 130 000 Einwohner.

Simone Borchardt (CDU) will 2023 als OB eine moderne und effektive Verwaltung und einen ausgeglichenen Finanzplan im politischen Kraftzentrum des Landes hinterlassen und stärker mit dem Umland kooperieren.

Für Dr. Rico Badenschier (SPD) ist Schwerin dann Welterbestadt mit ICE-Haltepunkt der großen Strecken.

Martin Lorentz (Grüne) will ein Schwerin übergeben, das so „sexy und cool“ ist, dass junge Leute in Scharen in die Stadt ziehen. Es gibt viele Arbeitsplätze und alternative Musikfestivals. Selbst den Betreuungsschlüssel in den Kitas will er senken.

Anita Gröger (ASK) sieht eine Stadt, die auf Nachhaltigkeit setzt, in der es ein Vergnügen ist, aufs Auto zu verzichten und in der es auch Urlaubsangebote für den schmalen Geldbeutel gibt.

Frank Haacker (FDP) will als OB und Wirtschaftsdezernent mit belegten Gewerbegebieten, leeren Pendlerzügen nach Hamburg und genehmigten Hotelneubauten seine Amtszeit beenden.

Und für Silvio Horn (Unabhängige) heißt die Metropolregion dann „Hamburg-Schwerin“, es gibt hier gleich zwei neue Hochschulen und eine bürgernahe Verwaltung. Ach ja: Und der FC Mecklenburg-Schwerin steigt gerade in die1. Bundesliga auf.

Wie das alles gelingt, kam nicht zur Sprache. Aber da war es auch schon ziemlich spät.

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