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Serie: BUGA-Rückblick : Zuhause für Pflanze und Mensch

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Das hat uns die Bundesgartenschau 2009 gebracht – heute: aus Treibhäusern des Großherzogs werden schicke Wohngebäude

Frisches, exotisches Obst und Gemüse zu jeder Jahreszeit gibt es heute fast in jedem Supermarkt. Weintrauben, Pfirsiche, Ananas, Aprikosen, Feigen, Pflaumen, Kirschen, Äpfel, Birnen und mehr wollte auch schon der Großherzog im 19. Jahrhundert gerne regelmäßig essen oder seinen Gästen servieren. Um diese Leckereien zu züchten, diente der Küchengarten mit seinen Gewächshäusern. Eine große Fläche am Ende des Schlossgartens wurde dazu bewirtschaftet. Nur ein Teil ist bis heute erhalten geblieben. Er liegt am Franzosenweg, direkt hinter dem Ruderhaus. Zu ihm gehören auch zwei in Fachwerk errichtete Weintreibhäuser (Kalthäuser) aus den Jahren 1876 und 1890 sowie das Orangenhaus (Warmhaus) von 1852. Hofbaumeister Hermann Willebrand plante sie. Er ließ das langgestreckte Warmhaus für kälteempfindliche, exotische Pflanzen im Sichtbereich des Schlosses auf den Gewölben eines Vorgängerbaus errichten. Das Haus ist im italienischen Landhausstil gehalten, soll einen südländischen Eindruck vermitteln. Die Schornsteine, Fenster, die gesamte Gliederung und der Bewuchs mit Rank- und Schlingpflanzen erinnerten an die Bauten in englischen Landschaftsgärten.

Erst die Bundesgartenschau 2009 erweckte diese wunderbaren Gebäude aus dem Dornröschenschlaf. Denn zu DDR-Zeiten wurde vor allem das Orangenhaus baulich stark verändert und unter anderem als Büro genutzt. Kurz vor der Buga sah es fast so aus, als seien die beiden Häuser zu marode und nicht mehr zu retten. Im Juli 2008 kaufte die TBS Sämrow GmbH das 2894 Quadratmeter große Gelände inklusive der beiden Häuser. Der erfahrene Schweriner Denkmal-Sanierer Randy Sämrow traute sich gemeinsam mit Architektin Antje Forejt zu, die Gebäude sogar so schnell auf Vordermann zu bringen, dass sie zur Gartenschau als Ausstellungsflächen dienen sollten. Anhand von Zeichnungen und Fotos erfolgte auch die Aufstockung der Turmbauten auf die Ursprungs-Höhe.

Für die Sanierung stellte das Land Fördermittel zur Verfügung. Die Farbe der Fassaden orientierte sich an den historischen Farbfassungen, die ein restauratorisches Gutachten ergeben hatte.

Nach dem Kauf des Ensembles blieb dem Bauherren bis zur Übergabe an die Bundesgartenschau Ende Februar 2009 kein Jahr. „Ich habe sehr gute Erfahrungen mit denkmalgerechter Sanierung gemacht“, sagte Randy Sämrow damals. „Da für viele die beiden Gebäude aufgrund des desolaten Zustandes nicht mehr erhaltenswert waren, sah ich mich herausgefordert.“

Bei der Bundesgartenschau 2009 boten die beiden Gebäude im Küchengarten Platz für unterschiedliche Ausstellungen. Die Unesco-Biosphärenreservate stellten sich hier beispielsweise vor. Anschließend wurden Warm- und Kalthaus noch einmal umgebaut – und zwar zu Wohnungen und Büros.


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erstellt am 07.Aug.2017 | 08:00 Uhr

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