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Zeitung für die Landeshauptstadt

14. Dezember 2017 | 09:23 Uhr

Passion Modellbahn : Zug um Zug zur eigenen Eisenbahn

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Technik, Regionalgeschichte und etwas Nostalgie: Reinhard Labahn baut Modellbahnanlage und einen Bahnhof, den es längst nicht mehr gibt

svz.de von
erstellt am 16.Feb.2016 | 11:45 Uhr

Reinhard Labahn besitzt etwas, das es eigentlich gar nicht mehr gibt. Den Jasnitzer Bahnhof. Das Original ist verschwunden. Abgerissen, im Herbst 2014. Reinhard Labahn hat einen neuen Jasnitzer Bahnhof gebaut. In Miniatur. Maßstab 1:47. Viele Wochen lang hat er geplant, geschnitten und geklebt. „Die Fenster fehlen noch“, sagt Labahn. Die Rahmen auch. Kommt noch. Alles zu seiner Zeit. Zug um Zug. Eine Modelleisenbahn, heißt es, die wird nie fertig. Zwischendurch müsse man ja auch mit ihr spielen. Reinhard Labahn spielt gerne mit seiner Bahn. Das hat er gemacht, als er mit sechs Jahren seine erste Lok geschenkt bekam. Das macht er heute als 63-Jähriger, weil er nach seinem Berufsleben dieses Hobby wieder für sich entdeckt hat. Die Strecke zwischen dem Bahnhof Jasnitz und dem Bahnhof Hagenow legt die Tenderlokomotive 48 in überschaubaren 45 Sekunden zurück. Behäbig, aber lautstark setzt sie sich in Gang, wenn ihr Besitzer es so will, die Weichen gestellt hat und langsam den Schalter des klobigen, braunen Trafos nach rechts dreht. Funken sprühend kommt ihr ein Personenzug auf den Schwarzblechschienen entgegen. Die Lok rumpelt auf der Spurgröße 0 durch mecklenburgische Wald-, Wiesen- und Felder-Landschaft und durch eine Zeit, die den 50er- bis 60er-Jahren des vorigen Jahrhunderts nachempfunden sind. „Das waren die letzten großen Jahre der Dampfloks“, weiß Reinhard Labahn.

Seine Züge und das Schienenmaterial hat vor vielen Jahrzehnten die Firma Zeuke hergestellt. Sie ist längst Geschichte. Wie der Bahnhof Jasnitz auch. Aber es gibt noch viele Liebhaber dieser Zeuke-Modelle. „Wenn ich etwas brauche, dann besorge ich es mir über das Internet“, sagt der ehemalige Leiter der Schule Rastow. Sind die Stücke defekt, dann repariert er sie selber. Labahn: „So halte ich die Kosten in Grenzen.“

Fünf Loks, 40 Meter Schienen, 15 Waggons, sechs Gebäude, 20 Figuren und noch einmal so viele Fahrzeuge bieten die Kulisse für Labahns kleine Eisenbahnwelt. Eine Welt, in der es nicht zu 100 Prozent originalgetreu zugehen muss. Eine Welt voll alter Technik, Regionalgeschichte und Nostalgie, die den Ruheständler kreativ beschäftigt. „Und mit der ich auch spielen kann“, sagt er.

Vor die Kellerfenster in der Neuen Straße in Rastow prasselt kalter Februar-Regen. Bestes Wetter für den Ex-Lehrer, um wieder etwas zu werkeln. Früher war das hier mal eine Abstellkammer. Jetzt zieht sich die Eisenbahn auf Holzplatten an allen vier Wänden entlang. Dort, wo die Tür ist, kann er die Platte herunterklappen. Es gibt noch so viel zu tun. Die Bahnhöfe wollen fertig gemacht, die Hintergrundmotive auf die weißen Wände gebracht werden. Da soll noch ein Gebäude hin, dort ein Licht. Ein paar Loks und den Wasserturm, die gehen bald für kurze Zeit außer Haus. Am Sonntag, 28. Februar, findet in Banzkow von 10 bis 16 Uhr eine Hobbymesse statt, die der Störtalverein in der Begegnungsstätte organisiert. Da stellt auch Reinhard Labahn sein Hobby vor und erklärt Zug um Zug, warum eine Modelleisenbahn nie ihren Reiz verliert.

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