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Geschichte in Buchholz : Zuflucht für einen deutschen Patrioten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Verein „Fünf Türme“ hält Erinnerung an Hoffmann von Fallersleben wach

In und an der Dorfkirche von Buchholz wird an Hoffmann von Fallersleben (1798 bis 1874) erinnert. Denn der deutsche Patriot und Freiheitskämpfer fand in den 1840er-Jahren Unterschlupf in der Ländlichkeit Mecklenburgs. Nach seiner Vertreibung aus Preußen fand er hier Exil. Der Advokat und Gutsbesitzer Dr. Samuel Schnelle auf Buchholz verschaffte ihm ein Wohn- und Bleiberecht beim Gutspächter Rudolf Müller im nahen Holdorf. Ein Freundeskreis, der in den jungen Verein „Fünf Türme“ aufgegangen ist, lädt nun ein, das Wirken Hoffmann von Fallersleben neu zu entdecken und selbst zu bewerten.

Vor allem das wohl bekannteste Werk von Hoffmann von Fallersleben ist am umstrittensten: Er schrieb 1841 das Lied der Deutschen. Reichspräsident Friedrich Ebert erklärte es im August 1922 zur Nationalhymne. Dies geschah in der Absicht, linke und rechte Parteien in der Weimarer Republik zu versöhnen. Das gelang kaum. Vor allem die Anfangszeile „Deutschland, Deutschland über alles“ galt Kritikern damals wie heute als Ausdruck imperialistischen Machtstrebens. Hoffmann von Fallersleben wollte mit diesen Worten seine Liebe zum Vaterland ausdrücken und in der Mitte des 19. Jahrhundert auf die Schaffung eines deutschen Nationalstaates drängen, so die Befürworter.

Verse von Hoffmann von Fallersleben bilden auch heute noch den Text der deutschen Nationalhymne. Der erste Bundespräsident Theodor Heuss stimmte 1952 einem Vorschlag der Bundesregierung zu, die dritte Strophe als Nationalhymne zu singen: „Einigkeit und Recht und Freiheit...“ Nach der Wiedervereinigung gab es erneut eine Debatte. Am 19. August 1991 erklärte Bundespräsident Richard von Weizsäcker „die dritte Strophe des Deutschlandliedes zur offiziellen Nationalhymne“.

Die Melodie ist übrigens älter als der Text. Sie stammt von Joseph Haydn. Die Komposition entstand Ende des 18. Jahrhunderts als Hymne für den österreichischen Kaiser Franz  II. Während seines Aufenthalts in Mecklenburg schuf Hoffmann von Fallersleben auch einen Teil seiner Natur- und Kinderlieder. Diese ließ er von Komponisten seiner Zeit vertonen, darunter Robert Schumann, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Franz Liszt, und Johannes Brahms.

In Buchholz erinnern heute ein Gedenkstein neben der Kirche und Tafeln in der Kirche an Hoffmann von Fallersleben, die hat die Hoffmann-von Fallersleben-Gesellschaft aus Wolfsburg zur Verfügung gestellt. „Was biografisch nicht so herauskommt, ist die mecklenburgische Zeit“, räumt Lutz Camin vom Verein „Fünf Türme“ ein. „Leider sind auch die beiden Gutshäuser nicht mehr vorhanden.“ Aber an der Kirche ist ein Ausgangspunkt geschaffen worden, sich mit Hoffmann von Fallersleben zu befassen.

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