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Zeitung für die Landeshauptstadt

14. Dezember 2017 | 14:08 Uhr

Umfrage : Zu wenig Geld für gute Gehwege

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

SVZ-Leser sammeln Stolperfallen-Beispiele: Stadtverwaltung kennt viele der Problemstellen, kann aber nur flicken statt grundsanieren

svz.de von
erstellt am 08.Sep.2014 | 23:17 Uhr

Viele Schweriner sind verärgert über die Stolperfallen auf den Gehwegen der Landeshauptstadt. Während die einen „nur“ steckenbleiben oder umknicken, haben Leser während unserer Aktion auch von kleinen Verletzungen, aufgerissenen Hosen bis zu Handbrüchen berichtet. SVZ konfrontierte die Stadtverwaltung mit dem Problem. Baudezernent, Verkehrsmanager und die Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen kennen nach eigenem Bekunden viele der Löcher und sind regelmäßig auf Kontrolltour. Dennoch bliebe angesichts der angespannten Haushaltslage nicht viel mehr übrig, als zu flicken – vor allem, um der Verkehrssicherungspflicht nachzukommen, betont SDS-Werkleiterin Ilka Wilczek. Weniger als 100 000 Euro habe ihr Betrieb dafür jährlich zur Verfügung. „Der Löwenplatz zum Beispiel ist nicht schön, aber verkehrssicher“, reagiert sie auf eine Leser-Forderung. „Es gibt dort die Möglichkeit, auszuweichen, wie auch auf dem breiten Weg an der Hamburger Allee.“ Für ein größer angelegtes Gehwegsanierungswerk bräuchte es eine eindeutige Entscheidung der Politik und Fördermittel, erklärt Baudezernent Bernd Nottebaum.

„Wenn wir die Straßen grundsanieren, wie zurzeit zum Beispiel die Wittenburger und die Schelfstraße, werden die Gehwege auch gleich mitgemacht“, betont der Leiter des Amtes für Verkehrsmanagement, Dr. Bernd-Rolf Smerdka. Insgesamt 364 Kilometer Straße und die etwa doppelte Strecke an Gehwege n müssten in der Landeshauptstadt gewartet werden: „Allein um die von Bürgern und Ortsbeiräten geforderten Top-Maßnahmen umzusetzen, müssten wir 62 Millionen Euro in die Hand nehmen“, so der Amtsleiter.

Doch auch das Reparieren läuft nicht ganz nach Bürger-Wunsch, die SVZ-Leser sind nicht überall zufrieden. Einige Beispiele: Wenn Edda Wanske nach Lankow zum Arzt oder Einkaufen fährt, steigt sie an der Haltestelle Rahlstedter Straße aus dem Bus. „Dort ist eine große Stolperfalle entstanden. Mein Mann ist bald gestürzt, wäre der rot-weiße Pfahl nicht gewesen.“ Dietmar Grünzner beklagt sich über den Schulzenweg in Görries, der für die Füße ein regelrechtes „Martyrium“ und für Rollator- oder Kinderwagenbesitzer „absolut nicht befahrbar“ sei. Christa Burr prangert den schlechten Zustand der Kopernikusstraße an, Frauke Herrmann ist mit der Ratzeburger Straße unzufrieden und Eva-Maria Tempelhahn mit der Ferdinand-Schultz-Straße. Irmgard Kaiser beklagt sich über die Moltmann- und die Schillerstraße. Ilka Wilczek kann das nur unterstreichen: Die gesamte Weststadt bereite der SDS massive Gehweg-Probleme, weil die reichlich gepflanzten Bäume die Platten immer wieder hochdrücken.

Auch in der Straße „Am Krebsbach“ sei der Gehweg kaputt, meldet Annemarie Ollhoff bei der SVZ-Aktion. Dr. Bernd-Rolf Smerdka, erinnert in diesem Zusammenhang allerdings auch daran, dass speziell bei Gehwegsanierungen die Anlieger ordentlich zur Kasse gebeten werden. Durchschnittlich rund 50 bis 65 Prozent der Gesamtkosten würden auf die betroffenen Hauseigentümer umgelegt.

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