Eng und laut : Zu viele Busse in der Beltzstraße

Da kann es schon mal eng werden:  Wenn Busse und Lkw sich begegnen bleibt kaum Platz.
Da kann es schon mal eng werden: Wenn Busse und Lkw sich begegnen bleibt kaum Platz.

Den Anwohnern stinkt es: Mehr als 80 Busse fahren täglich durch die verkehrsberuhigte Tempo-30-Zone in der Weststadt

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12. März 2014, 08:00 Uhr

Ein Bus, zwei Busse, vier, fünf... Ein SVZ-Leser berichtet, er habe an einem Tag 50 Busse in der Robert-Beltz-Straße gezählt, viele davon als Leerfahrten. Nun fragt er sich, warum so viele Busse ausgerechnet durch die verkehrsberuhigte Tempo-30-Zone rollen.

Die Realität sieht noch heftiger aus: Rund 80 Busse durchqueren an einem Wochentag die Beltzstraße. Die Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim, in der die ehemaligen SGS Bus und Reisen aufgegangen ist, fährt 76-mal nach Plan dort entlang, die Grevesmühlener Verkehrsbetriebe viermal. „Es ist eine vorgegebene Streckenführung“, sagt Andreas Helms, Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe Ludwigslust-Parchim. „Wir müssen zwangsläufig durch die Beltzstraße“, erklärt Helms.

Der Schwerpunkt des Betriebes liege im Schülerverkehr. Mit diesen Linien sichere er die Vernetzung mit dem Umland ab. Die meisten Linien starten und enden am Hauptbahnhof. So komme es auch zu den Leerfahrten, die reguläre Dienstfahrten seien.

Bei Pausen ab einer Stunde zwischen zwei Einsätzen sind die Busfahrer angehalten, auf den Verkehrshof des Betriebes nach Lankow zu fahren. Bei längeren Pausen werden dort die Fahrzeuge betankt und gewaschen. Das Problem, so Geschäftsführer Andreas Helms: Selbst bei einer Pause von nur einer Stunden können die Busse nicht am Hauptbahnhof stehen bleiben. „Dort ist schlicht kein Platz. Die Fahrer würden sich mit ihren Bussen nur gegenseitig behindern. Das geht nicht.“ So komme es schließlich zu den unumgänglichen Leerfahrten.

Über eine Alternativroute, etwa über den Obotritenring und die Lübecker Straße, sei bisher nicht nachgedacht worden. Denn die komme laut Helms nicht in Frage, sie würde die Strecke verlängern – und damit die Kosten stiegern. Außerdem würden noch mehr Anwohner durch die Vorbeifahrten der Busse belästigt werden. Deshalb bleibe es bei der Streckenführung durch die Robert-Beltz-Straße, auch wenn sie durch die Tempo-30-Regelung verkehrsberuhigt ist. Das sei die Lübecker Straße auch. „Die Kollegen halten sich an die Spielregeln“, betont Helms, auch im Hinblick auf die Fahrradfahrer auf den Schutzstreifen. Zumal die Busfahrer bei Geschwindigkeitsüberschreitungen selbst in die Tasche greifen müssten.

Auch für die Verkehrsbehörde der Stadt ist eine Umleitung der Busse nicht sinnvoll. Die Robert-Beltz-Straße sei wie der Obotritenring und die Lübecker Straße als Hauptstraße kategorisiert, heißt es aus dem Amt für Verkehrsmanagement. „Der Sinn der verkehrsberuhigenden Maßnahmen in der Robert-Beltz-Straße ist es nicht, den vorhandenen Verkehr zu verdrängen, sondern vielmehr den Verkehr verträglicher für die Anwohner und sicherer für die Verkehrsteilnehmer abzuwickeln.“ Die Stadt sehe keine Veranlassung zu einer Umleitung des Busverkehrs und habe auch keine Argumente, mit denen sie an die Regionalbusbetreiber herantreten könnte. Also rollen weiter täglich 80 Busse durch die Beltzstraße.


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