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Stadt will Ackerland anstelle von 500 Eigenheimen : Zu viel Bauland: Schwerin plant um

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Zu wenige Schweriner, zu viel Bauland. Die Nachfrage nach Platz für Eigenheime ist so gering, dass die Landeshauptstadt jetzt 500 reservierte Parzellen im Norden Schwerins aufgeben will.

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erstellt am 03.Dez.2011 | 02:54 Uhr

Schwerin | Zu wenige Schweriner, zu viel Bauland. Die Nachfrage nach Platz für Eigenheime ist so gering, dass die Landeshauptstadt jetzt 500 reservierte Parzellen im Norden Schwerins aufgeben will. Anstelle von Bau- sollen Landwirtschaftsmaschinen die Äcker zwischen Groß Medewege und Carlshöhe weiter bearbeiten. Das geht aus einer Beschlussfassung hervor, über die derzeit die Fachausschüsse der Stadtvertretung beraten.

Mit der so genannten 13. Änderung des Flächennutzungsplanes würde die Stadt ihre Prognose aus dem Jahr 1998 nach unten korrigieren. Die damaligen Planungen basierten auf der Annahme, dass im Jahr 2010 etwa 120 000 Einwohner in Schwerin wohnen. Tatsächlich sind es etwas mehr als 95 000 Bürger. Der in den 90er-Jahren vorhergesagte Bedarf für großflächig geplante Wohn- und Gewerbestandorte im Außenbereich der Stadt erscheint somit hinfällig. Dem will die Stadt jetzt Rechnung tragen. Das etwa 107 Hektar große Gebiet im Norden Schwerins soll den Stempel der landwirtschaftlichen Nutzfläche erhalten.

Geplante Straßenbahntrasse nach Carlshöhe hinfällig?

Verliert der Stadtnorden damit an Bedeutung? Ziel der Planungen aus den 90er-Jahren war eine Stärkung desselbigen. "Durch den anhaltenden Bevölkerungsrückgang sowie die Ausweisung des großflächigen ,Industriegebietes Schwerin im Süden des Stadtgebietes werden die Bauflächenpotenziale nicht mehr benötigt", teilt Baudezernent Dr. Wolfram Friedersdorff in der Vorlage mit. Eine geplante Straßenbahntrasse von der Wendeschleife an den Helios-Kliniken bis Carlshöhe würde zusammen mit dem Baulandstatus "gelöscht" werden.

Die vorgeschlagene Umwidmung löste bei 35 Einwohnern von Carlshöhe Widerstand aus. Sie legten Widerspruch ein. Der Grund: Mit dem Verlust des Bauland-Status verliert die Siedlung mit etwa 50 Wohnungen und Eigenheimen an Bedeutung. Um eine mögliche Entwicklung Carlshöhes offen zu halten, wird die Siedlung vor aussichtlich eine "Außenbereichssatzung" erhalten, wie aus der Vorlage hervorgeht. So trägt Neu Pampow bereits seit Jahren den Status einer Splitter siedlung, "um die Zulässigkeit für Bauvorhaben unabhängig von der Darstellung im Flächennutzungsplan zu erleichtern".

Vogelnester statt Einfamilienhäuser

Statt Einfamilienhäuser für Familien bietet das Gebiet nördöstlich von Groß Medewege weiterhin Lebensraum für Vögel. Es gehört seit dem Jahr 2005 zum Vogel- und Landschaftsschutzgebiet "Schweriner Innensee und Ziegelaußensee". "Die geplante Bauflächenentwicklung ist mit den Zielsetzungen des Schutzgebietes nicht vereinbar", teilt Friedersdorff weiterhin mit.

Eine endgültige Entscheidung, wie sich das 107 Hektar große Gebiet künftig entwickeln wird, trifft die Stadtvertretung voraussichtlich auf ihrer Sitzung am 12. Dezember im Rathaus.

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