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Zeitung für die Landeshauptstadt

21. November 2017 | 02:11 Uhr

Baustellen in Schwerin : Zu Stoßzeiten wird es eng

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Vollsperrung am Bürgermeister-Bade-Platz macht Baustellen-Dschungel in der Altstadt komplett: Entspannung erst im November

svz.de von
erstellt am 25.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Chaos oder kein Problem? Zwischen Marienplatz und der nördlichen City ist ein Baustellen-Dschungel gewachsen: Seit 7. März wird der von 1880 stammende Abwasserkanal unter dem Bürgermeister-Bade-Platz erneuert, ein Teilstück der Knaudtstraße ist deshalb voll gesperrt – bis November. Weil die Sanierung der Sparkasse fortgesetzt wird, ist die Arsenalstraße dicht – bis Dezember. Am Südufer des Pfaffenteiches wird die Straße saniert, die alte Deckschicht ist bereits verschwunden. In der Lübecker Straße werden Gleise verlegt, die Franz-Mehring-Straße ist seit Monaten für Straßenbahnen reserviert. Die Wismarsche Straße nimmt zurzeit fast den kompletten City-Verkehr nördlich des Marienplatzes auf. Autofahrer in der City brauchen in diesem Jahr Ortskenntnis und Geduld.

„Zur Rush-Hour am Abend staut sich der Verkehr Richtung Norden bis hinters Stadthaus“, beobachtet Oberbürgermeister Rico Badenschier. Autos aus drei Parkhäusern – Marienplatzgalerie, Schweriner Höfe und Stadthaus – machen sich dann auf den Weg. „Unseren Mitarbeitern raten wir, mit dem Rad oder der Straßenbahn zur Arbeit zu kommen.“

„Uns war klar, dass es schwierig wird, wenn auch noch die Arsenalstraße als Ausweichstrecke fehlt“, sagt Baudezernent Bernd Nottebaum. „Wir haben die Staus aber bewusst in Kauf genommen und die meisten Schweriner arrangieren sich mit der Situation.“ Im Beschwerdemanagement der Stadt lägen aktuell keine Beschwerden über die Baustelle Badeplatz vor, betont OB Badenschier.

Doch wie verständnisvoll und entspannt sind die Schweriner wirklich, wenn sie auf der Wismarschen Straße stehen? SVZ fragte Autofahrer und Fußgänger – natürlich zur Stoßzeit:

Gegen 16 Uhr ist der Stau an der Ampel lang, Autos, Busse, Straßenbahnen. Chaotisch sind die Zustände allerdings nicht: Alles läuft in geordneten Bahnen, keiner huscht noch schnell bei Dunkelorange über die Kreuzung. „Uns bleibt doch nichts anderes übrig, als die Verzögerung in Kauf zu nehmen“, sagt ein Autofahrer schulterzuckend. Ein Pendler hinter ihm ist nicht so gelassen: Ihn ärgert es gewaltig, dass es keine vernünftige Ausweichstrecke gibt. Bisher habe er drei Rotphasen gebraucht, um vom Bahnhof über den Badeplatz zu kommen, erzählt ein Anwohner. Jetzt brauche er doppelt so lange. Im Raum Köln oder Berlin sei das wahrscheinlich ganz normal, für Schwerin aber immerhin ungewohnt.

„Am schlimmsten sind die kurzen Grünphasen für Fußgänger. Man kommt kaum vernünftig auf die andere Straßenseite“, sagt ein junger Schweriner. Jessica Seyer pflichtet ihm bei: „Die ganze Baustelle ist komplett umständlich und unnötig.“ Anders sieht das ein Ehepaar: Es sei richtig, die Arbeiten am Kanal so lange wie nötig durchzuführen. „Schließlich hält das Ganze dann ja für eine Weile. Vielleicht ja wieder 130 Jahre.“

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