Kraaker Kirchenschiff erhellt : Zu Ostern in neuem Licht

Pastorin Kristin Gatscha und die Kraakerin Frieda Langner freuen sich auf dem Ostergottesdienst am Sonntag um 10 Uhr in der Johanniterkirche des Dorfes.
Pastorin Kristin Gatscha und die Kraakerin Frieda Langner freuen sich auf dem Ostergottesdienst am Sonntag um 10 Uhr in der Johanniterkirche des Dorfes.

Kraaker Johanniterkirche erhielt eine auf ihre Kostbarkeiten ausgerichtete Beleuchtungsanlage

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14. April 2017, 05:00 Uhr

Der Festgottesdienst mit Abendmahl und Taufe am Sonntag in der Kraaker Kirche ist für Frieda Langner ein ganz besonderer. Denn zum zentralen Ostergottesdienst für die Region erstrahlen die Kostbarkeiten der Johanniterkirche erstmals in neuem Licht. „Die Elektriker sind rechtzeitig fertig geworden“, freut sich die 77-Jährige. Der Marienaltar, die Kanzel, das Triumphkreuz, die an einigen Stellen freigelegten mittelalterliche Malereien wirken nun ganz anders.

Vor allem die Malereien haben es Frieda Langner angetan. „In meiner Familie wurde sich immer erzählt, dass die Kirche einst komplett ausgemalt war“, erzählt die Kraakerin, die in dieser Kirche getauft, konfirmiert und auch getraut wurde. Dass sie die Abbildungen biblischer Geschichten und Schriftzüge nun zu Gesicht bekommt, erfüllt Frieda Langner mit Freude. „Bis zu sieben Farbschichten mussten abgetragen werden, bevor die Malereien sichtbar wurden.“ Die stammen wahrscheinlich aus dem 14. Jahrhundert, als die Johanniter in Kraak eine Komturei unterhielten und die gesamte Region von hier aus verwalteten. Dass damals kräftige und auch teure Farben wie Türkis und Bordeaux verwendet wurden, fasziniert die Seniorin. „Und eine der beiden freigelegten Köpfe hat sogar blonde Haare.“

„Wir konnten bei der Sanierung längst nicht alle Malereien freilegen“, fügt Pastorin Kristin Gatscha hinzu. Doch der Anfang ist gemacht. Die Kirchengemeinde Uelitz ließ seit September 2015 die Kraaker Kirche sanieren. Dach, Mauerwerk und Innendecken wurden erneuert. Restauratoren nahmen sich des Triumphkreuzes und vor allem des Marienaltars an. „Das Martin-Luther-Bild ist noch in Arbeit“, erzählt Frieda Langner. Die Stelle an der Seitenwand, an der das Porträt des Reformator normalerweise hängt, ist frei. Frieda Langner hofft auf eine baldige Rückkehr. Doch die Seniorin ist froh, dass rechtzeitig zu Ostern die Beleuchtungsanlage fertig wurde. Rund 12 000 Euro investierte die Kirchengemeinde mit Hilfe von Spendern in dieses Projekt. Die sechs alten, einfachen Deckenlampen verschwanden. Strahler erhellen nun nicht nur das gesamten Kirchenschiff, punktgenau werden die Kostbarkeiten ins Licht gesetzt. Der Schweriner Lichtplaner Andreas Ermisch hat die Konstruktion speziell für die Kraaker Kirche entworfen, die Uelitzer Elektrofirma Karnatz setzte diese um. Damit sind die Arbeiten an der Kirche noch lange nicht abgeschlossen. „An so einem Bauwerk gibt es immer etwas zu tun“, betont Gatscha. Dankbar ist die Pastorin für die Unterstützung, die gerade Frieda Langner seit Jahren, ja Jahrzehnten leistet. Die Kraakerin nimmt zu ihren Geburtstagen keine Geschenke an, bittet stattdessen um Spenden für die Kraaker Kirche. Demnächst wird Frieda Langner 78. Dann geht es um neue, handgefertigte Sitzkissen für die Gottesdienstbesucher.

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