zur Navigation springen
Zeitung für die Landeshauptstadt

26. September 2017 | 18:23 Uhr

Schwerin : Zu massiv fürs Hafenquartier?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ortsbeirat hält Pläne für Neubau am Ufer für überdimensioniert, Stadtplaner und Gestaltungsbeirat könnten damit gut leben

von
erstellt am 21.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Der Bauausschuss hat den ersten Schritten bereits zugestimmt, Baudezernent Bernd Nottebaum findet das Vorhaben gut und auch optisch ansprechend, der Ortsbeirat Schelfwerder, Schelfstadt, Werdervorstadt ist wenig amüsiert: An den Plänen für einen Neubau an der Promenade des Ziegelinnensees, direkt zwischen Speicherhotel und den Neubauten des Hafenquartiers, scheiden sich die Geister.

Am Kranweg gibt es heute noch ein Elektrogeschäft, vor allem aber Büsche, Bäume und Brachflächen-Grün. Rings herum sind bereits viele hochwertige Wohnblocks entstanden. Eigentlich klar, dass auch der Kranweg entwickelt werden würde, denn das Hafenquartier scheint bei Investoren und Mietern sehr beliebt zu sein. Was dem Ortsbeirat jetzt allerdings zur Stellungnahme vorgelegt wurde, erschreckt ihn. Visualisierungen und Lageplan zeigen ein großes zusammenhängendes Bauwerk, das einige spontan an eine Burg erinnert. 70 Meter dürfte es lang sein, hat ein Ortsbeiratsmitglied errechnet und sieben Stockwerke hoch – ein Bollwerk am Stadthafen. „Ich persönlich könnte damit nicht leben, mir ist das viel zu kompakt“, sagt Ortsbeiratsvorsitzende Claudia El Aaraik. Das sei fast noch schlimmer als das Hochhaus an der Möwenburgstraße, gegen das man lange Zeit gekämpft habe – und das aktuell aber gerade gebaut wird. „Für so eine massive Bebauung ist das Karree viel zu klein“, so El Aaraik weiter. „Mit Siebengeschossern können wir inzwischen leben, aber nicht in dieser Breite.“

Der Investor stellt sich die Zukunft des Gebietes am Hafen ungefähr so vor.
Der Investor stellt sich die Zukunft des Gebietes am Hafen ungefähr so vor. Foto: Stadt
 

Der Schweriner Gestaltungsbeirat sieht das offenbar anders. Das Gremium habe sich das Projekt mehrfach angeschaut und für gut befunden, betont Dezernent Nottebaum. Bauen will an diesem Standort übrigens die Hanseatische Immobilien Treuhand, kurz „hit“, die in Schwerin unter anderem die neuen Gartenstadt entwickelt hat. „Aber auch im Hafenquartier, neben dem Speicherhotel, hat das Unternehmen aus Hannover schon Häuser gebaut“, sagt Nottebaum. „Die gefallen uns und wir wissen, dass die Investoren wirtschaftlich in der Lage sind, so ein Projekt finanziell und technologisch zu stemmen.“

Seit fast 15 Jahren habe die Stadt bereits versucht, das Areal zu entwickeln, jetzt sei es endlich gelungen. Der Baudezernent ist darüber erfreut. Rund 100 Wohnungen plane der Investor an diesem Standort. Je kompakter der Baukörper, desto mehr Quadratmeter Wohnfläche – und natürlich auch mehr Gewinn.

Allerdings gehe es beim aktuellen Beratungsstand noch gar nicht um die konkrete Breite des geplanten Wohnhauses, so Bernd Nottebaum. Man stimme in den politischen Gremien jetzt lediglich über den Aufstellungsbeschluss ab, danach beginne das Beteiligungsverfahren, in dem auch der Ortsbeirat gehört würde. Bis zur offiziellen B-Plan-Reife würde dann noch gut ein Jahr vergehen.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen