Zoo : Zu Besuch bei Alwin, Walli und Co

Gibt es hier was zu futtern? Das Damwild schaut nach, ob Helga Nötzelmann (r.), Schwiegertochter Yvonne, Sohn René und die Enkel Philip und Noah (l.) etwas Leckeres bei sich haben. Fotos: Hans Taken
1 von 4
Gibt es hier was zu futtern? Das Damwild schaut nach, ob Helga Nötzelmann (r.), Schwiegertochter Yvonne, Sohn René und die Enkel Philip und Noah (l.) etwas Leckeres bei sich haben. Fotos: Hans Taken

Familie Nötzelmann hat mit der SVZ einen Ausflug in den Zoo gewonnen und ließ sich vom Direktor die Welt der Tiere in Schwerin zeigen

von
08. August 2015, 08:00 Uhr

Warum sind Flamingos rosa-rot  ? Weshalb sind die Erdmännchen eingezäunt, die Präriehunde aber nicht  ? Und welches Tier ist im Zoo gar nicht gerne gesehen  ? Helga Nötzelmann, Sohn René, Schwiegertochter Yvonne und die Enkelkinder Philip und Noah wissen es jetzt, hatten sie doch bei einem Gewinnspiel der SVZ einen Zoo-Besuch gewonnen. Und Zoo-Direktor Dr. Tim Schikora nahm sich auch gerne Zeit, um den Gästen aus Vietlübbe und Neuendorf bei Gadebusch die Welt der Tiere in Schwerin zu zeigen.

„Wollt ihr Affen füttern?“ Noah und Philip schauen den Zoodirektor an und grübeln. Affen. Füttern. Bedeutet: ganz nah dran sein. „Ja“, rufen sie unisono und schon flitzen die beiden Fünfjährigen los. Moment, nicht so schnell. Bis zum Gehege der Kappen-Gibbon-Damen Walli und Chasima ist es noch ein Stückchen hin. Hier vorne, gleich links hinter dem Eingang, sind Emu und Känguru. Die Kinder hüpfen mit den Beuteltieren um die Wette. Philip sagt, Kängurus seien seine Lieblingstiere. Noah hat einen anderen Favoriten: den Zitteraal. Warum das  ? „Er hat mal einen Film mit einem Zitteraal gesehen“. 160 Arten, 2000 Tiere, vom zwei Zentimeter großen Neonsalmler bis zum zwei Tonnen schweren Nashorn und den fünfeinhalb Meter großen Giraffen – „aber einen Zitteraal, den haben wir hier nicht“, sagt Zoo-Chef Schikora und muss sich dabei ein Grinsen verkneifen. Noah nimmt es gelassen und die nächsten Tiere in Augenschein. Flamingos. Die kleine Besuchergruppe ist sich einig: schöne Tiere. Und die Färbung haben sie, weil sie bestimmte Krebsarten essen. „Und hier im Zoo mischen wir ihnen Paprika-Pulver ins Futter“. Ohne Scherz  ? „Ohne Scherz“, sagt Experte Schikora. „In Paprika ist Carotin. Die Flamingos nehmen den Farbstoff auf, der dann so ins Federkleid gelangt.“

Wie oft Helga Nötzelmann schon im Schweriner Zoo war, kann sie nicht genau sagen. 30-mal, schätzt sie, vielleicht auch mehr. 66 Jahre alt ist die Rentnerin. Erzieherin, das war ihr Beruf. „Und da war ich mit den Kindern schon zu DDR-Zeiten oft hier.“ Vieles habe sich in den Jahren im Zoo verändert. „Zum Vorteil. Alleine der Eingangsbereich. Der sieht jetzt viel einladender aus.“

Auf der großen Wiese zwischen Abenteuerspielplatz, Bauernhof und dem Domizil von Hyäne Kontsita sind die Jungs auf der Suche nach Präriehunden. Da lugt einer heraus. Schnell hin, aber schon ist das flinke Erdhörnchen wieder in einem Loch verschwunden. Da, der nächste. Weg ist er. Das „Hase-und-Igel-Spiel“ beäugen die Erdmännchen neugierig von ihrem Gehege aus. Und warum sind die possierlichen Erdmännchen nicht auch auf der Wiese  ? Dr. Schikora: „Sie gehören zur Gattung der Raubtiere und können aggressiver als die zu den Nagetieren zählenden Präriehunde sein.“

Da vorne ist das Affen-Gehege. Walli macht Faxen, hangelt sich von Ast zu Ast, schaut sich an, wer sie alles so anschaut, brüllt und hängt sich an den Zaun. Einmal Rücken kraulen, bitte. Die beiden Jungs dürfen das heute. Ausnahmsweise. Füttern auch. Rosinen. Walli greift zu, Artgenossin Chasima nicht. Sie hängt lieber ab.

Die Nötzelmanns sind gerade ins Humboldt-Haus gegangen, da, wo die Rochen hinter Glas schwimmen und sich Schlangen im Terrarium einrollen. Aber wo ist Faultier Alwin  ? „Da“, freut sich Noah, der das Tier zuerst entdeckt hat. Alwin ist kein Freund von übertriebenem Aktionismus, liegt in einem Hängekorb und macht das, was er am besten kann: er schläft.

Die Kinder gehen auf den Spielplatz, dann gibt es Mittagessen. Voll ist es geworden. Mehr als 800 Gäste schlendern an diesem Tag über das 24 Hektar große Gelände. Ein Fuchs, den gibt es aber nicht zu sehen. Den wollen sie im Zoo auch gar nicht haben. Er kommt trotzdem. In der Nacht. Still und heimlich. Wenn er geht, nimmt er Enten und Gänse mit.

Nach sechs Stunden Zoo-Besuch geht auch Familie Nötzelmann. Ohne Federvieh. Aber mit vielen Eindrücken. Und Noah ist auch zufrieden. Sein Lieblingstier hat er gar nicht richtig vermisst. Der Zoo ist prima – auch ohne den geliebten Zitteraal.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen