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Zeitung für die Landeshauptstadt

21. November 2017 | 05:50 Uhr

Trauer in Schwerin : Zoo verliert seinen Löwen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schmerzmittel halfen Heinrich nicht mehr: Ethikkommission beschloss, das kranke Tier einzuschläfern

svz.de von
erstellt am 21.Mai.2015 | 15:00 Uhr

Heinrich ist tot. Schwerins einziger Löwe  musste am Donnerstag eingeschläfert werden, informiert Zoo-Direktor Tim Schikora. Heinrich wurde am 20. Juli 1997 im Zoo Karlsruhe geboren und kam bereits ein Jahr später nach Schwerin. In seinen knapp siebzehn Schweriner Jahren entwickelte er sich zum Liebling der Besucher und des Personals. „Der Zoo Schwerin verliert mit Heinrich eine seiner besonderen Persönlichkeiten und die Mitarbeiter einen langgedienten und geliebten, tierischen Kollegen“, so Schikora.

Besonders markant war Heinrichs Erscheinung mit seinem schwarzen, haarlosen Gesicht. Bedingt war die  durch eine Veränderung der Haut, die ihn zugleich unverwechselbar machte. In den vergangenen Jahren vermehrten sich bei Heinrich allerdings zunehmend Alterserscheinungen. „Wild lebende Löwen erreichen ein Alter von etwa zehn Jahren, bevor sie beispielsweise bei Auseinandersetzungen oder durch Krankheiten sterben“, erklärt Tim Schikora. „Heinrich hatte zuletzt offensichtlich Schmerzen, die zunächst mit Schmerzmitteln behandelt werden konnten.“

 Zu Anzeichen eines bevorstehenden Nierenversagens kam es ebenfalls. Leider vertrug der siebzehnjährige Kater seine Schmerzmittel nicht dauerhaft und sie mussten schließlich wieder abgesetzt werden. Heinrichs  Zustand verschlechterte sich in der Folge weiter. Daher berief der Zoo eine Ethik-Kommission ein, bestehend aus den betreuenden Tierpflegern, der Zoo-Tierärztin, der zuständigen Amtsveterinärin und der Zoo-Direktion, um über den Zustand und die Zukunft von Heinrich zu beraten. „Einstimmig entschloss man sich am Ende, Heinrich von seinen Schmerzen zu erlösen, da eine Besserung des Zustandes nicht mehr abzusehen war“, sagt der Zoo-Direktor.

Doch von Löwen  müssen sich die Besucher auf Dauer nicht verabschieden: Der Zoo plant den Bau einer neuen Löwen-Anlage in der Nähe des Haupteingangs. Rund fünf Millionen Euro soll sie kosten und 2017 fertig sein. Das Land habe eine Förderung für die Planungskosten zugesagt, berichtet Schikora. Und er ist  zuversichtlich, dass  der Zoo auch auf Unterstützung bei den Baukosten hoffen darf. Mit der gerade gestarteten Aktion „Leomanie“ sollen weitere Gelder eingeworben werden.   Ähnlich wie bei der „Claramanie“, als Nashorn-Modelle verkauft wurden, um Geld für den modernen Stall der Dickhäuter zusammenzubekommen, werden Löwen-Skulpturen angeboten, die  bemalt oder   bekleidet werden  können.  „Tierfreunde, ob  Privatleute oder Unternehmer, können so ihre Verbundenheit mit dem Zoo  zum Ausdruck bringen“, erläutert Schikora.

Das neue Gehege sollte Heinrich übrigens gar nicht mehr  bewohnen, sondern an der Festwiese seinen „Altersruhesitz“ behalten. „Für die neue Anlage halten wir  Ausschau nach einem jüngeren Löwen-Pärchen, denn wir wollen unbedingt einen Beitrag zur Zucht leisten“,  so der Zoo-Direktor.

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