Schwerin : Zoo dreht an der Preisschraube

Pedro ist der neue Star im Humboldt-Haus: Beim Fototermin mit Zoo-Direktor Dr. Tim Schikora rollt sich das Kugelgürteltier aber erst einmal zusammen.
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Pedro ist der neue Star im Humboldt-Haus: Beim Fototermin mit Zoo-Direktor Dr. Tim Schikora rollt sich das Kugelgürteltier aber erst einmal zusammen.

Kinder und Senioren zahlen für die Tageskarte mehr - Neues Entgeltsystem soll Einnahmen erhöhen und Ticket-Erwerb beschleunigen

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08. Januar 2018, 05:00 Uhr

Es war ein Experiment. „Und es ist gelungen“, sagt Direktor Dr. Tim Schikora. Am 24. Dezember hatte der Schweriner Zoo bis zum Mittag geöffnet, rund 250  Gäste kamen. Die Besucher konnten den Eintrittspreis selbst bestimmen, legten im Schnitt 4,50 Euro auf den Tisch. Zwei Wochen ist das Experiment nun her, und längst gelten wieder die regulären Preise. Pardon: die neuen Preise. Ja, der Tierpark hat sein Preissystem „angepasst“, wie es heißt. Zwar kostet die reguläre Eintrittskarte in der Hauptsaison weiterhin 12,50 Euro. Aber in mancherlei Hinsicht wurde ein Zoo-Besuch schon teurer. So zahlen etwa Kinder nun sechs Euro für das Tagesticket statt wie bisher vier. Und: Eine Familienjahreskarte ist nicht vorgesehen.

„Wir haben jetzt alle Ermäßigungsberechtigten in einer Kategorie zusammengefasst. Sie erhalten einen Preisnachlass von 50 Prozent“, erklärt Direktor Schikora. Für Rentner gäbe es keine rabattierte Tageskarte  mehr, sie  könnten aber weiterhin eine vergünstigte Senioren-Jahreskarte  erwerben. „Zudem führen wir Nebensaisonpreise auch für die ermäßigte Tageskarte ein“, so Schikora. Von der neuen Entgeltordnung, die vom Aufsichtsrat abgesegnet sei und mit der sich der Zoo an vergleichbaren Einrichtungen orientiere, erhoffe sich der Tierpark  eine schnellere Abwicklung an der Kasse gerade zu Stoßzeiten.  „Darüber hinaus ist ein einfaches und leicht verständliches System die Grundlage für die spätere Einführung eines Online-Tickets“, betont der Direktor.

Und wie reagieren die Zoo-Besucher auf die Preisveränderung? Vorerst noch gelassen – wie unsere kleine Umfrage belegt. „Ich finde den Preis angemessen. Der Zoo hat schließlich eine Menge zu bieten und die gesamte Anlage muss gepflegt werden“, sagt etwa Karin Plachetka aus Raben Steinfeld.

Völlig unbeeindruckt von der Preisdebatte zeigt sich Pedro, der neue Star im Humboldt-Haus des Tierparks. Unter einem Baumstamm hat sich das Kugelgürteltier versteckt, als es zum ersten Fototermin gehen soll. Pedro kommt aus dem Zoo in Karlsruhe, seine Artgenossen sind im mittleren Südamerika beheimatet. Voraussichtlich im Frühjahr wird Pedro auch noch eine Gefährtin in sein  Terrarium bekommen – und freut sich dann  gewiss über viele  zahlende Besucher.

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