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Zeitung für die Landeshauptstadt

24. November 2017 | 10:35 Uhr

Gewalt in Schwerin : Zoff um die Berufsschule

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Trotz Gewalt an der Beruflichen Schule Technik sehen Polizei und Schuldezernent hier keinen Kriminalitätsschwerpunkt

von
erstellt am 30.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Vor wenigen Tagen sorgte der Leiter des Berufsschulzentrums Nord in Wismar, Holger Stein, für Aufregung im Land. Im SVZ-Interview hatte er auf die Probleme mit jugendlichen Flüchtlingen hingewiesen und damit ein geteiltes Echo ausgelöst. Jetzt zeigt die Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten und Stadtvertreters Dirk Lerche (AfD), dass es auch an der Berufsschule Technik in Schwerin „Gewaltvorfälle“ gegeben hat. Diese seien mit der Schulleitung ausgewertet worden. Im Ergebnis habe man „geeignete Maßnahmen“ eingeleitet.

So seien drei berufsvorbereitende Klassen für junge Ausländer von der Nebenstelle an den Hauptstandort der Berufsschule in Lankow verlagert und die Klassengrößen durch Teilung verringert worden. Trotzdem gehen immer noch bis zu 18 Schüler in eine Klasse. „Dies entspricht den gesetzlichen Vorgaben“, so das Ministerium. Da die Schüler jedoch ein sehr unterschiedliches Vorwissen haben, wird stundenweise mit zwei Lehrern in einer Klasse unterrichtet.

Doch es geht offenbar nicht nur um „Gewaltvorfälle“ mit jungen Flüchtlingen. Störungen des Unterrichts kommen ebenso häufig vor. Auch dem will das Bildungsministerium begegnen.

Die Polizei bestätigt Prügeleien unter ausländischen und unter deutschen Schülern an und vor der Berufsschule Technik. An Berufsschulen mit berufsvorbereitenden Klassen sei das nicht außergewöhnlich. „Ein Schwerpunkt ist die Schule für uns aber nicht“, so Polizeisprecher Steffen Salow. Die vom Ministerium angekündigten „Kontrolleinsätze der Polizeiinspektion“ gäbe es nicht. Die Präventionsbeamtin Heidi Liebmann gehe aber in die Klassen, wie an jeder anderen Schule auch.

„Dass die Berufsschule Technik ein Kriminalitätsbrennpunkt ist, ist Quatsch“, sagt auch Schuldezernent Andreas Ruhl. „Wir haben aber im Blick, dass hier viele ausländische Jugendliche unterrichtet werden.“ Deshalb hat Ruhl zum 1. Januar eine zusätzliche Sozialarbeiterstelle besetzt. Und seit diesem Monat läuft ein interkulturelles Projekt zu Konfliktlösungsstrategien.

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