Schwerin : Zirkus: Bürger sollen entscheiden

Auch Tiger sollen künftig nicht mehr im Zirkus auftreten dürfen, fordert die Tierrechtsorganisation Peta für ganz Deutschland.
Auch Tiger sollen künftig nicht mehr im Zirkus auftreten dürfen, fordert die Tierrechtsorganisation Peta für ganz Deutschland.

Aktion Stadt und Kulturschutz will ein Bürgervotum zum von den Stadtvertretern beschlossenen Schweriner Wildtierverbot in Zirkussen

svz.de von
11. Februar 2016, 08:00 Uhr

Die Diskussion um ein Wildtierverbot in Zirkussen geht weiter. Wenn es nach der Aktion Stadt und Kulturschutz geht, soll es ein Bürgervotum geben. „Das Bürgerbegehren soll den Schwerinern die Möglichkeit geben, selbst über dieses emotionale Thema zu entscheiden“, sagte Stadtvertreter Ralph Martini. „Schon lange nicht mehr hat ein Stadtvertreterbeschluss die Öffentlichkeit so intensiv beschäftigt.“ Es habe in der Öffentlichkeit „deutliche Anzeichen“ dafür gegeben, dass die Bürger über dieses Thema selbst abstimmen wollen. Als Termin biete sich ein Zeitpunkt unmittelbar vor oder nach den Oberbürgermeister- und Landtagswahlen an. „Durch eine Partizipation der Schweriner zeigt Schwerins Politik, dass sie sich in derartigen Angelegenheiten bei der Stadtgesellschaft entsprechenden Rückhalt einholt.“ Darüber hinaus seien positive Effekte bei der Wahlbeteiligung auf den darauf stattfindenden Oberbürgermeister- und Landtagswahlen zu erwarten.

Steffen Davids, Ordnungsausschussmitglied für die SPD, begrüßt das Wildtierverbot. „Es ist praktisch nicht möglich, wilde Tiere wie Löwen, Nashörner oder Elefanten in Wanderzirkussen artgerecht zu halten.“ Die Gesundheit der Tiere sei wichtiger als ihre Verwendung für Vergnügungen. „Die Behauptung, dass Zirkusse aufgrund eines Wildtierverbotes einen Bogen um Schwerin machen würden, entspricht nicht der Realität der Städte, die bereits ein entsprechendes Verbot durchsetzen“, so Davids.

Den Beschluss zum Wildtierverbot hatten die Stadtvertreter vor knapp zwei Wochen mit 26 Dafür- und 11 Gegenstimmen bei zwei Stimmenthaltungen mit Mehrheit beschlossen.


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