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Zeitung für die Landeshauptstadt

16. Dezember 2017 | 10:22 Uhr

Crivitz : Zimmerer-Firma macht weiter

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nach dem Tod ihres Mannes übernahm Heike Mohn die Geschäftsführung des Crivitzer Traditionsunternehmens

svz.de von
erstellt am 11.Feb.2016 | 23:18 Uhr

35 Jahre Zimmerei Mohn: Eigentlich sollte es eine große Jubiläumsfeier geben. Nun wird es eine kleine. Der Grund ist ein sehr trauriger. Firmenchef André Mohn ist gestorben – mit 50 Jahren.

„Wir werden das Betriebsjubiläum am 1. März mit einem festlichen Abendessen in Schwerin begehen. Wir, das sind alle 15 Mitarbeiter und deren Ehepartner. Das ist in Sinne meines Mannes. Immerhin sind 35 Jahre für einen Handwerksbetrieb schon eine beachtliche Leistung“, sagt Heike Mohn. Die 49-Jährige leitet seit Jahresbeginn die Zimmerei Mohn und setzt damit die Arbeit ihres Mannes fort. Die zweite Firma, den Holzfachhandel, führte sie schon vorher. „Wir wollen trotz allem optimistisch in die Zukunft blicken. Die Belegschaft gibt mir den nötigen Rückhalt“, sagt Heike Mohn.

Ganz unerwartet hat das Schicksal Familie und Belegschaft nicht getroffen. Im vorigen Sommer seien die Mitarbeiter informiert worden, dass ihr Firmenchef, der seit 2013 schwer erkrankt war, nicht länger das Unternehmen leiten werde. „Deshalb haben wir Martin Neubauer, einen langjährigen Mitarbeiter, ins Büro geholt“, erzählt die Crivitzerin. Er hat in der Firma Zimmerer gelernt, war vorher zumeist auf den Baustellen unterwegs. Vor einigen Monaten hat er die Aufgaben übernommen, die einst sein Chef inne hatte. Es geht um Arbeitsvorbereitung, Kalkulation und Abrechnung. Martin Neumann konnte sich mit dem neuen Aufgabenbereich langsam vertraut machen. Das sei, so die Geschäftsführerin, ein kleiner Trost in dieser schlimmen Zeit gewesen. Es stand von vornherein fest, dass Sohn oder Tochter der Mohns die Firma nicht übernehmen. Heike Mohn: „Unsere Kinder haben andere Berufe und kein Interesse gehabt. Das ist völlig in Ordnung. Sie gehen ihren eigenen Weg.“

Gegründet wurde das Unternehmen 1981 von Erhard Mohn. „Mein Mann und ich, wir sind beide nach dem Studium in das Unternehmen meiner Schwiegereltern eingestiegen. Mein Mann ist als Betriebsleiter in die Firma hineingewachsen und hat dann später die Geschäftsleitung übernommen“, sagt die 49-Jährige zurückblickend.

Das Unternehmen entwickelte sich, erweiterte sein Aufgabenspektrum: Sanierungen von historischen Gebäuden, Fachwerk, Deckenbalken, Türmen, Holzkonstruktionen. Ihre Spuren haben die Zimmerer unter anderem auf Schloss Mirow und Bothmer hinterlassen. Erfreulich sei, so stellt Heike Mohn fest, dass es auch von privaten Bauherren wieder mehr Aufträge gibt, die sich ein Haus oder einen Carport bauen.

Schon ihr Schwiegervater und später auch ihr Mann haben besonderes Augenmerk auf die Ausbildung von Nachwuchs gelegt. Und das soll so bleiben, versichert Heike Mohn. Derzeit lernen zwei junge Leute den Beruf des Zimmerers. Im Laufe der 35 Jahre sind es mehr als 50 Lehrlinge gewesen. „In der Hoch-Zeit hatten wir pro Lehrjahr drei Auszubildende“, betont die Crivitzerin. Der erste Lehrling, der 1982 bis 1984 beim Firmengründer lernte, war Mario Kruschinski. Er arbeitet noch heute im Unternehmen. „Wir sind stolz, unsere Facharbeiter selbst heranbilden zu können.“ Allerdings werde es immer schwieriger, weil es an geeigneten Bewerbern fehle, sagt Heike Mohn.

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