Kinder in Schwerin : Ziel: Freizeittreff für Mueßer Holz

Baustelle Hamburger Allee: Hier könnte auch ein Kinder- und Jugendtreff etabliert werden. Doch Sozialdezernent Andreas Ruhl favorosiert eine eigenständige Lösung.
Baustelle Hamburger Allee: Hier könnte auch ein Kinder- und Jugendtreff etabliert werden. Doch Sozialdezernent Andreas Ruhl favorosiert eine eigenständige Lösung.

Stadt arbeitet an zusätzlichem Angebot im Stadtteil mit immer mehr Kindern und Jugendlichen. Der Stadtjugendring fordert mehr Geld

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13. Februar 2018, 12:00 Uhr

Welche außerschulischen Angebote können Kinder und Jugendliche im Mueßer Holz nutzen? Es sind nicht viele für den Stadtteil, der bei den bis zu 18-Jährigen in den vergangenen fünf Jahren den größten Zuwachs hatte. Natürlich gibt es Vereine im Stadtteil wie den Bauspielplatz. Aber es gibt auch zeitweise nur noch zwei Straßensozialarbeiter. Deshalb plant Sozialdezernent Andreas Ruhl schon lange, einen weiteren Treff für Kinder und Jugendliche im Mueßer Holz zu etablieren (SVZ berichtete). Die Linke-Fraktion hat gerade einen Antrag zur Beratung in die politischen Gremien gebracht, der dasselbe Ziel verfolgt.

Der Schweriner Jugendring begrüßt diesen Vorstoß, betont aber auch, dass das allein nicht ausreicht, um die Probleme des Stadtteils und der Jugendarbeit zu lösen. „Seit Jahren fordert der Schweriner Jugendring, dass die Stadt ihre Konsolidierungsbemühungen nicht auf dem Rücken der Jugend dieser Stadt austrägt – bisher war die Stadtvertretung eher verhalten in ihrer Unterstützung“, sagt Vorsitzender Matthias Glüer. „Wir sind sehr froh darüber, dass der jetzige Jugend- und Sozialdezernent erkannt hat, dass in diesem Bereich unzureichend geplant und an der falschen Stelle gespart wurde und dass jetzt ein Prozess der Neuausrichtung begonnen wurde. Die Stadtvertreter müssen sich aber darüber im Klaren sein, dass es nicht reicht, an einer Stelle einen neuen Jugendtreff zu fordern und alles andere so zu lassen wie gehabt. Die Jugendarbeit ist seit Jahren unzulänglich ausfinanziert, die Fachkräfte können teilweise nicht nach Tarif bezahlt werden und es stehen wenig Sachmittel für die Arbeit zur Verfügung. Wir erwarten, dass die Stadtvertretung sich hinter die Stadtspitze stellt, wenn diese im Finanzplan 2018/2019 hier deutlich mehr Mittel aufstellt.“

Denn für Matthias Glüer ist klar: Das Leben von Kindern und Jugendlichen spielt sich nicht nur in der Schule ab und Bildung wird nicht nur dort erworben. Schwerin brauche daher „eine gute Struktur von Angeboten für Kinder und Jugendliche in ganz Schwerin“.

Das sieht auch Sozialdezernent Ruhl so. Bis April will er sein Strategiepapier für die Kinder- und Jugendarbeit der Politik vorlegen. „Wir haben leider in den vergangenen Jahren das Angebot der aufsuchenden Sozialarbeit immer mehr zurückgefahren, obwohl der Bedarf gestiegen ist“, so Ruhl. „Das können wir allein aus finanziellen Gründen nicht auf einen Schlag ändern.“ Drei qualifizierte Fachkräfte, die beispielsweise für den neuen Jugendtreff nötig seien, würden schnell Personalkosten von 150 000 Euro im Jahr benötigen. Ruhl hofft, dass die Stadtvertreter dennoch diese und weitere Summen im Kinder- und Jugendbereich bewilligen. „Unser klares Ziel ist es auch, mehrjährige Verträge mit den Trägervereinen abzuschließen. Denn das ist keine freiwillige Aufgabe, sondern absolut notwendig.“ Allerdings weiß er auch, dass die Umsetzung „sehr schwer“ werde.

Und wo soll der geplante Treff hin? Die Einrichtung in einem bestehenden Wohnhaus sieht der Dezernent nicht: Zahlreiche Gespräche mit Vermietern hätten das gezeigt. Ein Treff für Kinder und Jugendliche sei zu laut, hätten die Vermieter argumentiert. Auch die erste Idee, den Treff im neuen Zentrum, das an der Hamburger Allee derzeit aus dem früheren Schliemann-Gymnasium entsteht, steht bei Andreas Ruhl nicht mehr ganz oben auf der Prioritätenliste. „Wenn die Kinder und Jugendlichen den normalen Haupteingang benutzen sollen, wäre die Hemmschwelle in den Treff zu gehen zu hoch“, erklärt der Dezernent. Ob ein separater Eingang Abhilfe schaffen würde, sei offen. Deshalb favorisiert Ruhl eine Containerlösung. „Es gibt mehrere Freiflächen im Stadtteil, wo das aufgebaut werden könnte“, sagt Ruhl. „Die Lösung für den Hort an der Astrid-Lindgren-Schule zeigt, dass Container nicht schlecht aussehen und gut funktionieren.“ Die entsprechenden Kosten für den neuen Treff will er in das Srategiepapier für die Stadtvertreter einarbeiten.

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