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23. November 2017 | 14:28 Uhr

Biogasanlage : Zickhusen setzt Planung fort

vom

Die Gemeinde Zickhusen hält an den Plänen für eine Biogasanlage im Ort fest. In der Sitzung der Gemeindevertreter fand ein Antrag über die „sofortige vorzeitige Beendigung der Planung keine Mehrheit.

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erstellt am 01.Nov.2013 | 10:36 Uhr

Die Gemeinde Zickhusen hält an den Plänen für eine Biogasanlage im Ort fest. In der Sitzung der Gemeindevertreter am Mittwochabend fand ein Antrag über die „sofortige vorzeitige Beendigung der Planung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan ,Biogasanlage Zickhusen‘“ keine Mehrheit. „Unser Ziel war es, das Planungsverfahren zum jetzigen Zeitpunkt zu stoppen, damit keine weiteren Kosten entstehen“, sagte Gemeindevertreter Ulf Neuenfeld, der den Antrag gemeinsam mit seinem Kollegen Torsten Levin eingebracht hatte. Er habe insbesondere Zweifel am wirtschaftlichen Nutzen der geplanten Biogasanlage für die Gemeinde, so Neuenfeld nach der Sitzung.

Die anderen Gemeindevertreter teilen diese Bedenken nicht. Sie stimmten für die „Teilabwägung der vorliegenden Stellungnahmen und Hinweise aus der Behördenbeteiligung und der Beteiligung der Öffentlichkeit“, wie es im Amtsdeutsch heißt – und damit für einen Fortgang der Planung. Nach den bisher bekannten Überlegungen will ein Investor auf dem Zickhusener Gemeindegebiet an der B 106 nahe Neu Lübstorf eine Biogasanlage errichten, die über ein Leistungsvermögen von insgesamt zwei Megawatt verfügen soll.

Das Projekt ist nicht nur in der Gemeindevertretung umstritten. Es wird vor allem von Neu Lübstorfern abgelehnt, die in Sichtweite auf der anderen Straßenseite der B 106 leben (wir berichteten). Die Anwohner befürchten einen Verlust an Lebensqualität. Außerdem rechnen sie mit einem Wertverlust ihrer Häuser. Steigende Verkehrsbelastung und ein höheres Sicherheitsrisiko führen die Anwohner ebenfalls ins Feld. Hinzu kommen Einwände von Bürgern, die sich gegen die Energieerzeugung aus Lebensmitteln wenden.

Bedenken von Kritikern, durch die geplante Anlage könnte eine Monokultur entstehen, hatte der Vorsitzende der Agrargemeinschaft Lübstorf eG, Hans Rotermann, erst jüngst zurückgewiesen: „Wir bewirtschaften in Lübstorf und Umgebung 3900 Hektar. Die vermeintliche Monokultur von Mais wird von uns nicht gewollt und auch nicht geplant.“ Für die Biogasanlage seien 250 Hektar Zuckerrüben, 350 Hektar Mais und 150 Hektar Futterpflanzen vorgesehen. Der gesamte Maisanbau werde 15 Prozent der Betriebsfläche nicht übersteigen, versicherte Rotermann.

Renate Möller von der Initiative „Die Bürger von Neu Lübstorf“ zeigte sich dennoch enttäuscht, dass die Gemeindevertreter Levin und Neuenfeld mit ihrem Antrag auf Planungsstopp keinen Erfolg hatten. Die „Bürger von Neu Lübstorf“ würden aber in ihren Bemühungen nicht nachlassen, die Biogasanlage zu verhindern, betonte Möller. Sie kündigte an, beim Landkreis Einspruch gegen die Teilabwägung einzulegen, die im Baugesetz so gar nicht zu finden sein.


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