Aus für Grossprojekt : Zickhusen legt Pläne für Biogas ad acta

Investorengruppe zieht sich wegen veränderter Förderbedingungen zurück/ Gegner des Zwölf-Millionen-Euro-Vorhabens erleichtert

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07. März 2014, 22:00 Uhr

Der Schlussstrich ist gezogen: Einstimmig votierten die Gemeindevertreter von Zickhusen am Donnerstagabend für die Einstellung der Planungen einer Industrieanlage zur Herstellung von Biogas an der B 106 in Nähe von Neu Lübstorf. Die Begründung: Die Investorengruppe, zu der auch die Agrargemeinschaft Lübstorf gehört, zieht sich zurück, weil sich die Förderbedingungen für die Energieerzeugung aus erneuerbaren Rohstoffen seit Antritt der schwarz-roten Bundesregierung verschlechtert habe. Hansjörg Rotermann von der Agrargemeinschaft sagte das unmittelbar vor der Abstimmung. Diese Auffassung teilt Peter Kröger: „Die jetzige Bundesregierung beerdigt die Energiewende.“ Kröger hatte als stellvertretender Bürgermeister bei der Planung den Hut auf, da Bürgermeister Rotermann als Mitinvestor als befangen gilt. Rotermann zeigte sich überzeugt, dass die Planung, wenn die Gemeinde Zickhusen sie bis zu Ende weiterverfolgt hätte, erfolgreich und rechtssicher gewesen wäre: „Die Signale waren auf Grün gestellt. Nun hat sich aber die Grundlage geändert.“ Es rechne sich für den Investor nicht mehr. Zugleich attackierte Rotermann die Gegner des Zwölf-Millionen-Euro-Projektes. In der seit drei Jahren laufenden Debatte seien falsche Fakten im Umlauf gewesen. In Zickhusen würde die große Mehrheit hinter dem Projekt stehen, betont Rotermann.

Die angesprochenen Kritiker saßen zahlreich auf den Gästestühlen im Zickhusener Gemeindesaal. Denn um die 50 Interessenten waren zur öffentlichen Sitzung gekommen, um den Moment des Planungsendes nicht zu verpassen. Besonders starker Widerstand kam aus Neu Lübstorf. Dieser Ortsteil von Lübstorf liegt in Sichtweite zum geplanten Standort. Dort war die Furcht vor Verlust an Lebensqualität, steigende Verkehrsbelastung und ein höheres Sicherheitsrisiko besonders groß. „Wir sind froh und erleichtert, dass die Planungen gestoppt wurden“, sagte Bernd-Uwe Daniel nach der Sitzung, denn im Saal hatten die Gäste kein Rederecht. Daniel zeigt sich aber auch überzeugt, dass das Projekt auch so zu Fall gekommen wäre. Denn die Gegner hatten im Laufe des Verfahrens immer wieder Fehler und Mängel gesehen, gegen die sie rechtlich vorgehen wollten. Doch das ist nach dem Beschluss vom Donnerstag nicht mehr nötig. Für das zu Zickhusen gehörende Areal an der B 106 gibt es keine anderen Baupläne.

Auf Nachfrage aus der Gemeindevertretung bestätigte Hansjörg Rotermann aber auch, dass es in der Agrargemeinschaft Überlegungen gibt, am Kuhstall in Alt Meteln eine kleine, betriebsübliche Biogasanlage zu errichten, die aber nicht mit dem gescheiterten Industrievorhaben zu tun habe. Dieses Projekt steckt noch ganz in der Anfangsphase. Bislang gibt es nicht einmal eine Anfrage gegenüber der Gemeinde Alt Meteln.

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