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Zeitung für die Landeshauptstadt

22. November 2017 | 04:31 Uhr

Touristen verprellt : Zentralem Busstellplatz fehlt WC

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Reisegruppen suchen am Parkplatz Grüne Straße fast täglich nach Toiletten – Stadtführer hoffen auf Erleichterung

von
erstellt am 21.Mai.2014 | 12:00 Uhr

Tut das Not? 20 Busparkplätz auf dem Parkplatz Grüne Straße und kein öffentliches WC. „Wir haben wirklich überall Toiletten, nur an dieser Stelle hapert es“, sagt Dietrich Felske, vielen besser bekannt als Schwerins Nachtwächter und Petermännchen. Fast täglich führt er Schwerin-Besucher durch „seine schöne Stadt“. Zwar gebe es in der Altstadt und auch rund um den Parkplatz Toiletten – im Schloss, im Staatlichen Museum, im Schleswig-Holstein-Haus – nur eben keine öffentlichen, in der Busreisende andere Besucher nicht stören würden. Die „Herzogliche Dampfwäscherei“ bietet ihre Sanitäranlagen für einen Euro pro Besuch an, allerdings sei diese Toilette öffentlich, sondern eigentlich an das Restaurant angeschlossen. Die Ein-Euro-Lösung „ist ein Entgegenkommen der Inhaberin“, sagt Felske. Um das nicht zu arg zu strapazieren, würde er Reisegruppen schon ab und an zum Hauptbahnhof schicken, weil es dort WCs gibt.

Nachdem in Schwerin im März noch verkündet wurde, dass öffentliche Toiletten-System funktioniere gut, fördern neue Touristenströme neue Kritik ans Tageslicht. Auch die Tourist-Information am Markt hatte mit ihren Toiletten schon am Pranger gestanden, wie der Tourismusverband MV festgestellt hat. Es mangelte an Sauberkeit und am Service für Behinderte. Das sei viel besser geworden. Toiletten am Totendamm, in den Einkaufs-Centern, auf dem Berliner Platz oder am Zippendorfer Strand tun ihr Übriges.

Auch ehrenamtlicher Einsatz kann bei Toiletten-Not helfen, wie das Beispiel Schleifmühle zeigt. Im Jahr 2008 hatten die Mitglieder des Stadtgeschichts- und
-museumsvereins Mittel für ein neues Häuschen für Toiletten eingeworben. „Klinken putzen“ seien die Mitglieder gewohnt, hieß es.

Und zu guter Letzt kann ein geschlossenes Klosett auch sinkende Besucherzahlen nach sich ziehen: „Für Reisebusse sind verlässliche öffentliche WC-Anlagen von Bedeutung“, erzählt Felske. Wenn Fahrgäste öffentliche Alternativen bekommen, würden sie die Onboard-Toiletten weniger nutzen, die in den meisten Fällen von den Busfahrern rein gehalten würden. „Mit öffentlichen Toiletten hat der Busfahrer weniger Arbeit, ist zufriedener und wirbt bei seinem Unternehmen sowie den Urlaubern für die Zielstadt.“ Eine mobile Sanitäranlage am Parkplatz Grüne Straße nur für die Urlaubs-Saison würde schon spürbare Erleichterung bringen.

 

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