Brüsewitz : Zentimeterarbeit für den Durchfluss

 Spundwände stehen, sie sind der Eingang zur Fischtreppe.
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Spundwände stehen, sie sind der Eingang zur Fischtreppe.

Fischtreppe bei Gottmannsförde bald fertig – Straße bei Cramonshagen dicht

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27. Februar 2018, 05:00 Uhr

Die Arbeiten für den Bau einer Fischtreppe zwischen Drieberg Dorf und Gottmannsförde liegen gut im Plan. Der Wasser- und Bodenverband Stepenitz-Maurine baut an dieser Stelle ein altes Wehr zurück und errichtet stattdessen eine Fischtreppe. „Wir liegen gut in der Zeit“, sagt Andrea Bruer vom Verband. Ziel ist es, die Stepenitz von ihrer Quelle dem Rehmsee bis zur Ostsee durchgängig zu machen.

Bei Drieberg Dorf verhinderte dies bisher das alte Wehr. Es wurde 1981 gebaut, um die Gemüseproduktion der damaligen LPG zu beregnen, sagt Andrea Bruer. Dieses Hindernis soll weichen. Dafür wurden im Faulspeicher bereits Spundwände aufgestellt. Unter der Straße liege ein Durchlauf, erklärt Bauingenieurin Ricarda Rösner vom Ingenieurbüro Möller. „Der Durchmesser beträgt 1,96 Meter“, sagt sie. Sei so ein Durchlass zwei Meter und breiter, gelte das Bauwerk als Brücke und habe andere Anforderungen.

Auf der anderen Seite ist die Fischtreppe, die den ursprünglichen Verlauf der Stepenitz imitieren soll, bereits fertig. Auch hier wird nichts dem Zufall überlassen. Der Abstand der Riegel und ihre Durchlässigkeit sind genau berechnet.

Der Aufwand wird betrieben, um geschützten Arten wie dem Steinbeißer einen optimalen Lebensraum zu schaffen. „Außerdem gilt die Meerforelle als potentielle Art“, sagt Bauingenieurin Ricarda Rösner. Sollte die Stepenitz in Zukunft durchlässig sein, erwarten Experten, das sie sich ansiedelt.

In den Rückbau des Wehres werden knapp 600 000 Euro investiert. Das Staatliche Ämter für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) fördert es mit 90 Prozent. Die verbleibenden zehn Prozent bestreitet der Landkreis Nordwestmecklenburg, denn der Durchlass ist Teil der darüber liegenden Kreisstraße.

Bis Ende März müssen die Arbeiten an der Fischaufstiegsanlage aus Gründen des Umweltschutzes fertig sein. So verlangt es die Genehmigung. Danach folgen Restarbeiten an der Straße. Die provisorische Straße, die zurzeit an der Baustelle entlang führt, soll dann ein Radweg werden.

Ein zweites Projekt für die Durchgängigkeit der Stepenitz beginnt. In Cramon soll eine Vorsperre zurückgebaut werden. Bis Anfang Mai ist daher in Cramonshagen der Mühlenweg gesperrt.

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