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Zeitung für die Landeshauptstadt

23. Oktober 2017 | 12:03 Uhr

Verfemte Musik : Zeitzeugin erzählt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Berühmte Komponistin Ursula Mamlok besucht Schweriner Festival, das heute mit einem Konzert im Konservatorium beginnt

von
erstellt am 01.Okt.2015 | 16:00 Uhr

Ursula Mamlok hat große Orchesterwerke, Kammermusik, Chor- und elektronische Werke, Stücke für Solo-Instrumente und Etüden komponiert und selbst mehr als 40 Jahre an Universitäten in New York Komposition unterrichtet. Und sie hat ein bewegtes Leben hinter sich. Die jetzt 92-jährige gebürtige Berlinerin musste mit ihren jüdischen Eltern Ende der 30er-Jahre vor dem Terror der Nazis aus Deutschland fliehen – ihre Großeltern schafften das nicht und wurden in Auschwitz ermordet. Die junge Familie emigrierte nach Equador. Mit 17 Jahren erhielt die talentierte Pianistin Ursula ein Musikstipendium in New York – und wurde eine berühmte Komponistin.

Jetzt kommt sie nach Schwerin. Die Zeitzeugin ist Ehrengast des Festivals Verfemte Musik. Sie wird am Freitag im Brigitte-Feldtmann-Saal des Konservatoriums aus ihrem Leben erzählen. Preisträgerinnen des Festival führen zwischen den Gesprächsrunden mit Bettina Brand Kompositionen von Ursula Mamlok auf, unter anderem für Klarinette, Flöte und Klavier. Das Gesprächskonzert beginnt um 20 Uhr. „Ich freue mich sehr auf Frau Mamlok, sie ist gedanklich so frisch und kann sehr unterhaltsam erzählen“, sagt Volker Ahmels vom veranstaltenden Landesverband Jeunesses Musicales.

Das Festival startet heute um 19 Uhr. Das Auftaktkonzert im Brigitte-Feldtmann-Saal steht unter dem Titel „Es ist geven a Zumertog – das Wilnaer Ghetto im Spiegel seiner Lieder“. Es musizieren Ulrich Raue, Klavier, und Roswitha Dasch, Gesang, Violine. Sonnabend musizieren Preisträgerinnen des Wettbewerbs „Verfemte Musik“ vergangener Jahre um 20 Uhr im Konservatorium.

Karten für alle Konzerte des Festivals gibt es im Konservatorium in der Puschkinstraße 6 unter Telefon 0385-5558926 und im Internet unter jemumv@aol.com.

Zum Festival gehören außerdem Meisterkurse, für die sich 25 junge Talente eingeschrieben haben, berichtet Ahmels. Zudem findet am Freitag und Sonnabend in der Akademie für Politik, Wirtschaft und Kultur in der Mecklenburgstraße 59 das internationale Symposium „2015 - Siebzig Jahre Ende des Zweiten Weltkriegs. Bedeutet 1945 auch das Ende der Multistilistik?“ statt. Es wird in Kooperation mit dem Zentrum für Verfemte Musik an der HMT Rostock und dem Verein exilearte Wien organisiert. Der Eintritt ist frei.



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