„Zeitung wird weiter eine wichtige Rolle spielen“

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23. Januar 2009, 06:23 Uhr

Kompliment von der Kanzlerin: Schwerin sei eine schöne Stadt, versicherte Angela Merkel gestern Abend bei ihrer Eröffnungsrede zum 17. Forum Lokaljournalismus im Mecklenburgischen Staatstheater, und schickte gleich einen Scherz in die Notizblöcke der Reporter: Man müsse dazu durchaus wissen, wie schwer ihr dies als Vorpommerin falle.

Leichter Aufgalopp für ein ernstes Thema: Wie sollen sich Zeitungen im Zeitalter des Internet für die Zukunft aufstellen? Gegen Stellenabbau oder Sparmaßnahmen demonstrierten gestern vor dem Staatstheater die Gewerkschaft Ver.di und der Deutsche Journalistenverband (DJV) unter dem Motto „Unser Land braucht seine Zeitungen – Qualität und Vielfalt sichern“.

„Print mal Online gleich Qualität hoch zwei“ lautet das Motto der Tagung. Bis morgen werden sich rund 150 leitende Redakteure, Verleger und Medienwissenschaftler in der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns mit der Zukunft der Zeitungen im Zeitalter von Internet. Veranstalter sind der Zeitungsverlag Schwerin und die Bundeszentrale für politische Bildung.

Dass „Print mal Online gleich Qualität hoch zwei“ nicht als mathematische Weisheit gegeben sei, betonte die Kanzlerin in ihrer Rede: „Um steigende Qualität muss stetig gerungen werden.“ Dass es künftig zu einer dauerhaften „Verwebung der Medien“ kommen wird, und kommen muss, davon zeigte sich Merkel überzeugt. Eine wichtige Rolle der gedruckten Tageszeitung werde aber auch der Internet-Boom nicht schmälern: „Ich bin der Überzeugung, dass Zeitungen auch in Zukunft ihre Rolle spielen werden.“

Erst recht in diesen Tagen: „Die Zeitung gibt den Menschen auch in Krisenzeiten Halt, sachliche Informationen und Orientierung.“ Denn mit der Schnelligkeit und Wichtigkeit neuer Medien wüchsen auch die Möglichkeiten der Meinungsfreiheit – allerdings auch die Möglichkeiten ihres Missbrauchs. Die Kanzlerin betonte die Verantwortung der Medien als Politikvermittler, besonders im bevorstehenden „Superwahljahr“.

Wie viele Politiker hoffe sie „auf eine ausgewogene Berichterstattung“, nicht nur in der Zeitung, sondern auch im ergänzenden Online-Angebot. Die Kanzlerin plädierte in Schwerin für eine freiwillige Selbstkontrolle der Medien, „ohne dabei die Möglichkeiten des Internets zu beschneiden. Trotz der drohenden Gefahren wies Merkel auch auf die Chancen hin. Eines sei für die Zukunft aller Medien nämlich wichtig, so die Bundeskanzlerin: Verwurzelung im Lokalen. Die Globalisierung wecke eine neue Sehnsucht nach Heimat: „Und in meiner Heimat haben die Lokalzeitungen absolut Vorrang.“

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