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Serie „Schweriner Sammelleidenschaften“ : Zeitreise im Eisenbahnmuseum

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Hinterm Hauptbahnhof gibt es Dampfloks, Waggons und alte Technik zu entdecken

svz.de von
erstellt am 23.Jan.2017 | 12:00 Uhr

Ein Schaffner begrüßt die Besucher im Mecklenburgischen Eisenbahnmuseum. Auf der Tafel ist zu erkennen, dass der nächste Sonderzug nach Sternberg um 17.06 Uhr fährt. Auch die Abfahrtszeiten Richtung Hagenow-Land und Neumünster hängen an der Wand. Eine Bank lädt zum Verweilen ein, während an der Kartenausgabe die Tickets gekauft werden können. Dann kann die Reise durch das Eisenbahnmuseum losgehen. Für die SVZ-Serie „Schweriner Sammelleidenschaften“ zeigen die Mecklenburgischen Eisenbahnfreunde ihre Schätze.

„Unser Alleinstellungsmerkmal ist die funktionsfähige Stellwerktechnik“, erzählt Klaus-Dieter Voß vom Verein sichtlich stolz. „Die haben nur wenige Museen.“ Damit wird die große Modellbahnanlage gesteuert. Und auch die Deutsche Bahn nutzt die Maschinen für den praktischen Teil in ihrer Ausbildung. Doch die Besucher bestaunen nicht nur die umfangreiche technische Ausstellung, zu der auch die Fernmeldetechnik mit einer alten Fernmeldeanlage gehört. Auch die vielfältige Mitropa-Sammlung wird bewundert, ebenso wie der Nachbau eines Arbeitsraumes auf einem kleinen Bahnhof, der mit viel Liebe zum Detail eingerichtet ist.

„Unsere ständige Ausstellung zeigt längst nicht alles“, sagt Voß, der seit 2000 Mitglied im Verein und für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich ist. „Unsere Fahrzeuge stehen teilweise draußen, Schautafeln werden auf dem Dachboden gelagert.“ Jeden letzten Sonnabend im Monat und zu besonderen Veranstaltungen können die Besucher das Eisenbahnmuseum erkunden. Die 77 Mitglieder der Mecklenburgischen Eisenbahnfreunde Schwerin treffen sich jedoch jeden Sonnabend. „Langeweile gibt es hier nicht, wir haben ständig etwas in der Ausstellung zu tun“, erzählt Klaus-Dieter Voß. „Wir warten und pflegen die Lokomotiven, entwickeln die Ausstellung weiter und unterhalten das Gebäude sowie die Außenanlagen.“ Seit 2002 ist das Museum in einer ehemaligen Lokwerkstatt auf dem Gelände des Schweriner Bahnbetriebswerkes untergebracht. „Wir versuchen stetig, unsere Sammlung zu erweitern“, so Voß. „Meistens kommen die Menschen auf uns zu, wir gucken aber auch selbst.“ Leider sei das Aufkaufen einer Sammlung für den Verein nicht möglich, er ist auf Spenden angewiesen – nicht nur finanziell. „Auch Sachspenden wie Uniformen oder Werkzeuge nehmen wir gerne entgegen.“

In der großen Halle warten die Schmuckstücke des Museums auf die neugierigen Besucher. Fünf Dampfloks, vier große und sechs kleine Dieselloks können begutachtet und von Innen erforscht werden. Teilweise sind es Leihgaben des DB-Museums in Nürnberg, teilweise eigene Fahrzeuge. Der größte Stolz des 1991 gegründeten Vereins ist die Dampflokomotive von 1898, das älteste Ausstellungsstück im Museum. „Da haben wir einiges nachgerüstet“, erinnert sich Voß. Leider fehle dem Verein momentan ein Dampflokführer für die Ausfahrten, denn nicht alle Lokführer dürfen eine Dampflok bedienen. Aktuell müsse deshalb ein externer Fahrer geliehen werden. Neben den riesigen Lokomotiven ist auch ein funktionierendes Läutewerk in der Halle untergebracht. „Wir wollen hier außerdem alte Berufe bei der Bahn nachstellen, zum Beispiel den Rangierleiter“, erklärt Voß beim Rundgang. Ein kleines Bistro wie auf einem alten Bahnhof bietet das Museum ebenfalls an.

Wie viele der Mitglieder ist auch Klaus-Dieter Voß seit seiner Kindheit von Eisenbahnen fasziniert. „1964 habe ich ein Starterset Modellbahn von meinen Eltern zu Weihnachten bekommen.“ Aus der Faszination für die kleinen Loks ist im Laufe der Jahre eine Leidenschaft für Eisenbahnen geworden. Die gibt er nun an die Besucher im Mecklenburgischen Eisenbahnmuseum weiter.

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