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Drei Jahre Verzögerung : Zapeler warten auf ihren Radweg

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bahn als Bauherr will die Planung in dieser Woche dem Landkreis vorlegen: Mit den Arbeiten soll es dann im Sommer losgehen

von
erstellt am 16.Feb.2015 | 09:15 Uhr

Es tut sich was am Bahnübergang bei Zapel. Die Firma Rohrleitungsbau Dau aus Lübz schweißt Schutzrohre, die unter den Bahnkörper verlegt werden. Bei diesem Verfahren muss kein Graben ausgehoben werden, die Rohre werden unterirdisch „durchgeschossen“. In diese Schutzrohre können Leitungen bzw. Kabel sicher verlegt werden. Es handelt sich um Vorbereitungen für den Ausbau der Bahnstrecke Schwerin-Parchim.

Für Zapels Bürgermeister Hans-Werner Wandschneider ist es ein Zeichen, dass es jetzt auch mit dem Bau des Radweges von Zapel-Hof nach Zapel-Dorf bald losgehen kann. Denn die Zapeler warten darauf – seit Jahren. Im vorigen Jahr hatte Wandschneider noch einmal versucht, mit der Bahn ins Gespräch zu kommen. Damals hieß es, dass die Planung im Winterhalbjahr 2014/2015 erfolgen werde, damit in diesem Frühjahr gebaut werden kann. Jetzt steht das Frühjahr vor der Tür, sagt der Zapeler.

SVZ fragte bei der Bahn nach. Sie teilt mit: „Die Planungen für den Radweg in Zapel sind im Gange und werden in dieser Woche dem Landkreis vorgelegt. Die Bauarbeiten sind für Sommer dieses Jahres geplant und werden gleichzeitig mit der Baumaßnahme am Bahnübergang durchgeführt. Da die Arbeiten zum Radweg direkt an die Maßnahmen für das elektronische Stellwerk gekoppelt waren, kam es zu Verzögerungen.“ Ein Lichtblick für den Bürgermeister.

Dass die Bahn Bauherr des Radweges ist, hat mit dem Ausbau der Bahnstrecke Schwerin-Parchim zu tun. Die Züge sollen hier künftig schneller fahren. Dafür aber müssen die Bahnübergänge beschrankt werden. Die Bahn habe mit der Kommune geprüft, so erzählt der Zapeler Bürgermeister, welcher Übergang für die Kommune wichtig, welcher verzichtbar ist. Denn die Umrüstung auf Schranken kostet pro Bahnübergang 300 000 Euro. Bund, Bahn und Kommune sind mit je einem Drittel der Kosten beteiligt. „Das haben wir uns so nicht ausgesucht, das müssen wir akzeptieren.“ Denn das Eisenbahngesetz schreibe vor, dass ab einer bestimmten Geschwindigkeit beschrankte Bahnübergänge nötig sind.

In der Gemeinde gab es zwei Übergänge: einen in Nähe der B 321, den anderen in der Feldmark zwischen Zapel-Ausbau und Zapel-Dorf. Die Bahn habe schon 2006 vorgeschlagen, den Übergang in der Feldmark aufzugeben. Die Gemeinde habe letztlich zugestimmt, denn diesen Übergang nutzten die Einwohner eher selten, wohl aber die Landwirtschaft. Gleichzeitig habe die Bahn zugesichert, als Ausgleich einen Radweg straßenbegleitend zu errichten. Dann können die Einwohner sicher von Zapel-Dorf bis nach Crivitz radeln. Geplant war, dass dieser bis 2012 fertig sein sollte, so Hans-Werner Wandschneider.

Besagten Übergang habe das Unternehmen noch 2006 dicht gemacht. Das beschere der Gemeinde nun zusätzliche Verkehrsbelastungen, weil auch Güllewagen durchs Dorf fahren. Aber der Kompromiss sei so ausgehandelt worden. Denn die anteiligen Kosten von je 100 000 Euro für zwei beschrankte Bahnübergänge aufzubringen, dies geben die Finanzen der Gemeinde nicht her, erklärt Wandschneider. Dass die Zapeler aber so lange auf den Radweg warten müssen, dafür zeigt der Bürgermeister wenig Verständnis. „Die Einwohner haben immer wieder nachgefragt.“ Er sei froh, wenn er einen Schlussstrich unter das Projekt ziehen könne.

 

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