Schweriner Unfallstatistik : Zahl der Unfälle geht zurück

An der Umgehungsstraße  wird häufig geblitzt, doch diese Säule prüft Maut-Aufkleber.
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An der Umgehungsstraße wird häufig geblitzt, doch diese Säule prüft Maut-Aufkleber.

Verkehrspolizei zieht Bilanz: Bei 3362 Zusammenstößen wurden im Vorjahr 344 Menschen verletzt, Drogendelikte im Verkehr nehmen zu

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25. April 2017, 21:00 Uhr

Schwerins Straßen sind sicherer geworden. Im vergangenen Jahr ereigneten sich in der Landeshauptstadt insgesamt 3362 Verkehrsunfälle. „Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein leichter Rückgang“, sagt Polizeisprecher Steffen Salow. 2015 seien 68 Unfälle mehr registriert worden. „Erfreulich ist, dass wir keine tödlichen Verkehrsunfälle aufnehmen mussten.“ Die Zahl der Verletzten sei aber dennoch hoch. Bei 290 Verkehrsunfällen mit Personenschaden wurden 32 Menschen schwer verletzt und mussten länger als 24 Stunden im Krankenhaus behandelt werden. 312 erlitten leichte Verletzungen. „Im Vergleich zum Jahr 2015 stellt dies einen Rückgang um rund zehn Prozent dar“, fasst Salow die Zahlen zusammen.

Eine der Hauptunfallursachen war Unaufmerksamkeit im Straßenverkehr. Insbesondere im Berufsverkehr kam es zu Auffahrunfällen, die auf unaufmerksame Fahrweise zurückzuführen waren. Anders als im ländlichen Raum gab es in der Landeshauptstadt nur 48 Verkehrsunfälle, deren Ursache auf zu hohe Geschwindigkeit zurückzuführen war.

„Ganz anders indes sieht es bei Vorfahrtsfehlern aus“, berichtet Salow. So mussten die Schweriner Polizisten insgesamt 273 Verkehrsunfälle aufnehmen, bei denen Fahrzeugführer die Vorfahrt missachtet hatten. In 62 Fällen spielten Drogen oder Alkohol eine Rolle. In 69 Fällen hielten Autofahrer einen zu geringen Sicherheitsabstand ein und schafften es bei Bremsmanövern nicht mehr, rechtzeitig anzuhalten.

Erschreckend ist nach Steffen Salows Einschätzung die hohe Zahl der Fälle, in denen sich Unfallverursacher unerlaubt entfernt hätten. „Bei fast einem Drittel aller Unfälle im vergangenen Jahr in Schwerin begingen die Verursacher Unfallflucht. Insgesamt wurden der Polizei 961 Fälle angezeigt. Die meisten ereigneten sich auf den Parkplätzen der Einkaufscenter. „Doch schon das Beschädigen eines anderen Fahrzeugs durch das Öffnen der Autotür und das sich anschließende Entfernen gilt als Unfallflucht und stellt eine Straftat dar, die mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren, Geldstrafe und dem Entzug der Fahrerlaubnis verfolgt werden kann“, stellt Polizeisprecher Salow klar. Und er betont: „Viele Unfallflüchtige nehmen an, nicht entdeckt zu werden. Doch das ist ein Trugschluss. Wir haben im vergangenen Jahr 384 Unfallfluchten aufgeklärt.“

Salow hat noch weitere interessante Zahlen parat: Bei Geschwindigkeitskontrollen der Polizei wurden im vergangenen Jahr 5467 Verstöße festgestellt und geahndet. In 253 Fällen wurden dabei Fahrer unter Alkohol- oder Drogeneinfluss erwischt und bestraft. Dies entspricht einem Anstieg von etwa elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bei insgesamt 2148 Autofahrern wurden Verstöße gegen die Pflicht zum Anlegen des Sicherheitsgurtes festgestellt. In rund 800 Fällen nutzten Fahrzeugführer verbotener Weise ihr Handy während der Fahrt.


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