Senioren helfen ehrenamtlich bei Kinderbetreuung : Wunschoma ist immer zur Stelle

<strong>Ein Herz und eine Seele:</strong> Der kleine Charlie und seine Wunschgroßmutter Karin Kosczug verstehen sich bestens. <foto>Foto: Reinhard Klawitter</foto>
Ein Herz und eine Seele: Der kleine Charlie und seine Wunschgroßmutter Karin Kosczug verstehen sich bestens. Foto: Reinhard Klawitter

Der kleine Charlie nennt sie einfach Oma Karin. Karin Kosczug ist Wunschgroßmutter und kümmert sich liebevoll um den kleinen Schweriner. Insgesamt gibt es derzeit etwa zehn Wunschomas und -opas in der Landeshauptstadt.

svz.de von
08. Juni 2012, 10:37 Uhr

Schwerin | Der kleine Charlie nennt sie einfach Oma Karin. Karin Kosczug ist Wunschgroßmutter. Die Werdervorstädterin kümmert sich seit gut zwei Jahren um den fröhlichen Jungen, ist zur Stelle, wenn Charlies Eltern sie brauchen. "Ich spiele mit Charlie, gehe mit ihm spazieren, nehme ihn mit in den Garten, fahre mit ihm an die Ostsee. Im Winter waren wir auf dem Eis und sind Schlitten gefahren", erzählt Karin Kosczug. Knapp drei Jahre ist Charlie mittlerweile alt und versteht sich prächtig mit seiner Wunschgroßmutter und mit deren Foxterrier-Hündin Lilly.

Charlies Eltern sind berufstätig, die richtigen Großeltern wohnen nicht in Schwerin. "Ich wiederum lebe allein, und es macht mir einfach großen Spaß, mich mit Kindern zu beschäftigen", erklärt Karin Kosczug, warum sie die Aufga be als ehrenamtliche Wunschgroßmutter übernommen hat. Ihre eigene Tochter sei nach Kapstadt in Südafrika gezogen, so die 56-Jährige. "Sie und mein Enkel sehe ich deshalb nur selten."

Insgesamt etwa zehn Wunschomas und -opas gibt es derzeit in der Landeshauptstadt. Vermittelt werden sie von den Senior-Trainerinnen Martina Etzrodt und Brigitte Stark, die das Projekt Wunschgroßeltern beim Schweriner Seniorenbüro ins Leben gerufen haben. "Unsere Teilnehmer holen die Kinder von der Schule oder von der Kita ab, kochen für sie, bringen sie zum Sport, betreuen sie bei den Hausaufgaben und machen mit ihnen vieles ande re mehr", sagt Martina Etzrodt. Das Anliegen des Projektes reiche aber noch weiter: "Wir wollen Mittler zwischen den Gene rationen sein mit dem Ziel, junge Familien und Senioren zusammenzuführen. Wir wollen ermutigen, sich gegenseitig zu helfen und das Leben zu erleichtern."

"Die Arbeitswelt hat sich sehr verändert. Gerade jungen Eltern fällt es häufig schwer, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, zumal wenn die Angehörigen oft nicht in der Nähe wohnen", sagt Martina Etzrodt. Auf der anderen Seite freuten sich ältere Menschen da rüber, eine Aufgabe übernehmen und ihre Erfahrungen einbringen zu können. "Unser Projekt Wunschgroßeltern wird so zu einem wechsel seitigem Prozess", betont die Senior-Trai nerin.

Am Anfang jeder Wunschgroßeltern-Verbindung steht immer eine Kennenlern-Phase. "Sechs bis acht Wochen lang testen die Familien und die Senioren , ob sie zueinander passen ", erkl ärt Martina Etzrodt. "Auf Wunsch werden die Familien auch von uns begleitet", so die Initiatorin. Zweimal im Jahr träfen sich außerdem die teilnehmen den Senioren zu einem Erfahrungsaustausch.

"Das Interesse an unserem Angebot ist groß", sagt Martina Etzrodt. Sie und ihre Kollegin Brigitte Stark suche n deshalb noch ältere Menschen, die sich im Projekt Wunschgroßeltern engagieren möchten. Interessierte melden sich bitte unter der Telefonnummer 0385-557 49 62 im Seniorenbüro in der Wismarschen Straße 144. Immer dienstags von 11 bis 13 Uhr sind die Projektinitiatoren auch persönlich im Büro anzutreffen.

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