Schwerin : Wunsch nach mehr Studentenleben

Die Fachhochschule des Mittelstands hat ihren Sitz am Pfaffenteich. Mit der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit und der Designhochschule ist sie eine der drei Schulen in Schwerin, an denen Studenten ihren Hochschulabschluss erlangen können.
Die Fachhochschule des Mittelstands hat ihren Sitz am Pfaffenteich. Mit der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit und der Designhochschule ist sie eine der drei Schulen in Schwerin, an denen Studenten ihren Hochschulabschluss erlangen können.

Trotz dreier Hochschulen kommt in Schwerin kaum Campus-Stimmung auf.

svz.de von
08. März 2018, 12:00 Uhr

Eine hübsche Altstadt, verwinkelte Straßen und viel Natur – rein äußerlich hat die Landeshauptstadt viel Charme einer typischen Studentenstadt zu bieten. Zwar hat die Stadt der sieben Seen keine eigene Universität, doch mit der Fachhochschule des Mittelstandes, kurz FHM, der Designhochschule und der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit gibt es in Schwerin sogar drei Hochschulen mit insgesamt rund 1000 Studenten. „Trotzdem fehlt es hier an dem besonderen Flair einer Studenten-Stadt“, sagt Rebecca Scheller. Sie vermisst Bars, Kneipen, Diskotheken. „In der Stadt gibt es kaum Orte, an denen sich Studenten treffen können. Das ist schade, denn Lust, abends etwas gemeinsam zu unternehmen, die haben die meisten schon.“

Die 20-Jährige studiert Psychologie im fünften Trimester an der FHM und kommt aus dem Erzgebirge. Kontakt mit anderen Hochschülern habe sie nur wenig, sagt Scheller: „Mit den Studenten der anderen Hochschulen haben wir nur wenig zu tun. Wir bleiben meistens unter uns.“ Nicht, dass es in Schwerin zu wenig junge Menschen gäbe, sagt Scheller. „Aber die meisten der jungen Schweriner sind Auszubildende oder Schüler, die nach ihrem Abschluss wegziehen“, ist sich die Studentin sicher. „Wer jedoch Kontakt zu Gleichaltrigen sucht, der findet ihn auch.“

 

Die Wünsche nach mehr Kneipen, Kiez und Studentenleben stoßen bei Dr. Joachim Wegrad auf offene Ohren. Wegrad ist Vorsitzender des Vereins „Förderer von Hochschulen in Schwerin“ und hat es sich zur Aufgabe gemacht, mehr Hochschüler in die Landeshauptstadt zu holen. „Es wird zwar noch einige Zeit dauern, aber ich bin davon überzeugt, dass bald mehr Menschen in unserer Stadt studieren werden“, ist Wegrad überzeugt. Potenzial sehe er vor allem in der überschaubaren Größe Schwerins, den günstigen Wohnbedingungen und den kurzen Wegen nach Hamburg und Berlin. „Wir liegen fast zentral zwischen zwei Metropolen. Das müssen wir uns zum Vorteil machen“, sagt der Vereinsvorsitzende. Seiner Meinung nach müssten die Hochschulen, die bereits vor Ort sind, ihre Angebote ausbauen. „Außerdem sind die bisherigen Studiengänge noch nicht ausgelastet. Es gibt noch Platz für junge Menschen, die hier studieren können.“ Damit Zugezogene auch vom Studienort profitieren, nutzen die Mitglieder des Fördervereins ihre Kontakte in die Wirtschaft. „Möglichkeiten, ein Praktikum zu absolvieren, gibt es zur Genüge. Wir helfen bei der Vermittlung“, so Wegrad.

Rebecca Scheller ist längst angekommen in Schwerin. Auch ohne einen großen Kneipen-Mix fühlt sie sich wohl hier. „Besonders im Sommer ist es in Schwerin schön. Es gibt viele Seen, an denen ich mich gut erholen kann.“

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