Wohnungsgesellschaft : Wohnraum für Flüchtlinge reicht

So sieht das typische Wohnzimmer für Flüchtlinge aus, die in WGS-Wohnungen untergebracht werden, Geschäftsführer Thomas Köchig (l.) zeigt sie Interessierten.  Fotos: Reinhard Klawitter (4)
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So sieht das typische Wohnzimmer für Flüchtlinge aus, die in WGS-Wohnungen untergebracht werden, Geschäftsführer Thomas Köchig (l.) zeigt sie Interessierten. Fotos: Reinhard Klawitter (4)

WGS-Chef: Keine Engpässe bei der Bereitstellung für Asylbewerber und keine Probleme im Zusammenleben

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15. Januar 2016, 16:00 Uhr

In der Landeshauptstadt gibt es keine Engpässe bei der dezentralen Unterbringung von Flüchtlingen. Die Wohnungsgesellschaft Schwerin (WGS) habe es bislang problemlos geschafft, ausreichend Wohnraum für die Schwerin zugewiesenen Asylbewerber bereitzustellen, sagt Geschäftsführer Thomas Köchig. Besonders zufrieden sei er aber angesichts der Vorfälle in Köln, Hamburg und anderen Städten darüber, dass es keine Probleme mit Nachbarn gäbe.

Die Schweriner Polizei bestätigt das. Die ganzen Horrorgeschichten, die seit Monaten auch in der Landeshauptstadt kursieren, seien frei erfunden, sagt Polizeisprecher Steffen Salow. Thomas Böhm, Kontaktbereichsbeamter für den Dreesch, weiß das aus tagtäglicher Erfahrung. Es sei ein gutes Miteinander, ein total entspanntes Verhältnis von Schwerinern und Flüchtlingen im Mueßer Holz und in Neu Zippendorf, wo die meisten Asylbewerber wohnen.

„Die dezentrale Unterbringung hat sich bewährt“, bilanziert WGS-Chef Köchig. „Das Zusammenleben funktioniert. Wir haben keinerlei Beschwerden von Mietern über ihre neuen Nachbarn. Ganz im Gegenteil, vielerorts wurden schon Kontakte geknüpft, wird den Neuankömmlingen in der Nachbarschaft geholfen“, berichtet Köchig.

Positiv wirke sich zudem aus, dass es feste Ansprechpartner gibt, an die sich Asylbewerber mit Fragen oder Problemen wenden können. Das sei insbesondere Heidi Weiß aus der Vermietung, die über einen großen Erfahrungsschatz verfüge. „Zusätzlich haben wir jetzt einen gebürtigen Tunesier für den Bereich Vermietung eingestellt, um einen Arabisch-Muttersprachler im Team zu haben“, sagt Köchig.

Er tritt Befürchtungen, dass durch den Verkauf mehrerer Blöcke nicht mehr genug Wohnungen für die Aufnahme weiterer Flüchtlinge zur Verfügung stehen, offensiv entgegen. Die WGS habe ausreichend freien Wohnraum und zwar nicht nur für Asylbewerber, sondern auch für Schweriner Sozialhilfeempfänger. „Wir sind mit dem Sanierungsprogramm so gut vorangekommen, dass wir jetzt sogar einen guten Vorlauf haben. Wenn jetzt hypothetisch zwei Busse voller Flüchtlinge in Schwerin ankommen, könnten wir sie sofort unterbringen.“

Für dieses Jahr habe die WGS die Sanierung von 300 weiteren Wohnungen mit Unterstützung des entsprechenden Förderprogramms des Landes im Plan sowie von 200 weiteren für schon früher zugewanderte Bürger. „Die entsprechenden Anträge sind gestellt“ sagt Köchig. Keine dieser Wohnungen befinde sich übrigens in Hochhäusern. „Ich sage es nochmals in aller Klarheit: Wir werden keine Flüchtlinge in den Hochhäusern unterbringen, weder in Lankow noch in Neu Zippendorf“, betont der Chef der Wohnungsgesellschaft.

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