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Zeitung für die Landeshauptstadt

24. November 2017 | 18:05 Uhr

Schweriner Sorgenkind : Wohnhaus droht einzustürzen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Gebäude neben der Baugrube in der Johannesstraße wegen Einsturzgefahr evakuiert – Technisches Hilfswerk und Feuerwehr sichern

svz.de von
erstellt am 07.Mär.2017 | 20:50 Uhr

Als Lothar Gajek morgens sein Wohnzimmer in der Johannesstraße 23 betrat, wurde er stutzig. In einer Ecke hatte sich über Nacht ein anderthalb Meter langer, horizontaler Riss in der Wand gebildet. „Ich habe sofort meinen Vermieter informiert“, berichtet der Schweriner.

Montagabend dann der nächste Schreck: Als Gajek gegen 21 Uhr nach Hause kommt, leuchtet überall Blaulicht in der Straße, sein Wohnhaus ist bereits evakuiert, die Berufsfeuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr Mitte sind im Einsatz. Lothar Gajek wird gar nicht mehr in die Wohnung gelassen. Die anderen acht Hausbewohner sind bereits in eine benachbarte Pension umquartiert worden oder sind bei Verwandten untergekommen.

„Die Risse in der Giebelwand zur benachbarten Baugrube waren außen und innen sichtbar. Die Standsicherheit des Gebäudes war gefährdet. Somit bestand unmittelbarer Handlungsbedarf“, erklärt Einsatzleiter Dr. Stefan Jacobi. Im Haus befindliche Personen und weitere Bewohner wurden sofort evakuiert.

Der Chef der Berufsfeuerwehr berät sich mit einem Architekten und einem Ingenieur und informiert dann das Technische Hilfswerk Gadebusch und Schwerin. Mit Hilfe eines Krans wird die Häuserwand mit einer Konstruktion gestützt. Der Einsatz dauert bis gestern Morgen um 6 Uhr. Feuerwehr und die Polizei übernehmen die Absperrung des gefährdeten Bereiches in der Johannesstraße.

Am Vormittag begutachtet die städtische Bauaufsichtsbehörde die betroffenen Wohnungen. Am frühen Nachmittag entscheidet sie gemeinsam mit dem beauftragten Prüfingenieur für Standsicherheit, Ralph Seehase, dass die Bewohner des linken Aufganges des Mehrfamilienhauses wieder in das Haus zurückkehren dürfen. Die Bewohner der rechten Seite des Gebäudes können vorerst nicht zurück in ihre Wohnungen.

„Für den rechten Gebäudeteil müssen wir erst noch die Bauunterlagen sichten, um die notwendigen Sanierungsmaßnahmen des abgesackten Giebels festzulegen“, berichtet Steffen Güll von der Bauaufsicht. „Die Hauseigentümer sind jetzt in der Verantwortung, diese Arbeiten zu veranlassen. Erst nach Abschluss der Sanierungsarbeiten können wir als Bauaufsicht die Nutzung der derzeit gesperrten Wohnungen wieder freigeben“, so Güll weiter. Er hoffe, dass das so schnell wie möglich geschehe. „Doch die Ursachenforschung kann schwierig sein.“

Die evakuierten Hausbewohner indes durften gestern unter Aufsicht kurzzeitig wieder zurück in ihre Wohnungen, um persönliche Sachen zu holen und Haustiere zu füttern. Das wird auch in den kommenden Tagen möglich sein, ein Mitarbeiter der Verwaltung Eggert Immobilien begleitet die Mieter. Auch das Haus auf der rechten Seite der Baugrube steht seit gestern unter Beobachtung. „Der vorhandene Riss war allerdings schon vorher da“, sagt Güll. Dennoch werde man sich bemühen, den Giebel ebenfalls zu sichern.

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