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Schweriner Wassersportverein bangt um seine Parkplätze : Wohngebiet am Ziegelsee soll wachsen

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Die Wassersportler am Ziegelaußensee sind verunsichert. Das Wohngebiet auf dem ehemaligen Molkereigelände soll um bis zu 20 Einfamilienhäuser erweitert werden. Das plant die Stadt schon lange, aber jetzt wird es ernst.

svz.de von
erstellt am 20.Aug.2013 | 06:58 Uhr

Werdervorstadt | Die Wassersportler am Ziegelaußensee sind verunsichert. Das Wohngebiet auf dem ehemaligen Molkereigelände soll um bis zu 20 Einfamilienhäuser erweitert werden. Das planen die Stadt und die Landesgrunderwerb Mecklenburg-Vorpommern (LGE) schon lange, "aber jetzt wird es wohl ernst", sagt der Vorsitzende des "Wassersportvereins Ziegelaußensee Schwerin", Andreas Zähle.

Die Vereinsmitglieder fürchten dabei nicht nur, ihre mehr als hundert Parkplätze hergeben zu müssen, sondern weitere Auflagen zu bekommen. Ihre 118 Bootshäuser schmiegen sich an das Ufer des Ziegelaußensees, über etwa der Hälfte von ihnen ragen ein- und zweistöckige Einfamilienhäuser auf. Das Wohngebiet reicht bis an die Möwenburgstraße heran und soll jetzt in Richtung Lewenberg erweitert werden, wie die Stadtverwaltung bestätigt. Bislang stellen die Vereinsmitglieder auf dem Grundstück der LGE ihre Autos ab, aber "für eine dauerhafte Nutzung als Stellplatzanlage ist die Fläche zu wertvoll", teilt die Stadt mit.

Erste Gespräche zwischen Bootsverein und Verwaltung werden am 19. September geführt. Allerdings teilt die Stadt schon jetzt mit, dass ein möglicher Ersatz weiter abseits liegen würde und nur etwa halb so groß wäre. Die Landeshauptstadt sei nur Eigentümer eines schmalen Geländesaumes am Ziegelaußensee-Ufer sowie von schmalen Restflächen entlang der Möwenburgstraße und könne nur diese Flächen als Ersatzstellplätze anbieten. Im Gegenzug für den Verlust der Stellplätze bekämen die Vereinsmitglieder seitens der Stadt "langjährige Sicherheiten, dass sie die vorgelagerten Böschungsflächen weiterhin mitnutzen können. Nach den jetzigen Überlegungen ist der Erhalt des Bootsschuppenbestandes in der Erweiterungsfläche unstrittig." Bislang nutzen die Bootshausbesitzer außerdem Flächen, die ihnen nicht gehören, diese "werden in dieser Form möglicherweise ebenfalls nicht zu halten sein", so die Stadt weiter. Die Verwaltung möchte den Bootshausbesitzern entgegenkommen, verfolgt aber auch eigene Ziele: Sie will neben der Erweiterung des Wohngebietes auch für den Uferweg eine westliche Anbindung an die Möwenburgstraße herstellen.

Allerdings muss die Verwaltung bis dahin noch einige Hürden nehmen: Unklare Eigentumsverhältnisse, bei denen neben LGE und Stadt zwei weitere Grundstücksbesitzer mitreden. Es sei mit einem Umlegungsverfahren zu rechnen. "Da außerdem der weitere Umgang mit dem Vereinsstellplatz abzusprechen ist, ist trotz der geringen Größe des Gebietes von einem überproportionalen Vorbereitungszeitraum vor dem eigentlichen Planungsverfahren auszugehen", teilt die Stadt mit. So wird sich für die Bootshausbesitzer vorläufig nichts ändern. Sie rechnen in der kommenden Saison mit ersten Einschnitten. Andreas Zähle: "Wir warten zunächst die Gespräche ab."

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