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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. Oktober 2017 | 07:59 Uhr

Stadtbild : Wohnen in einer sicheren Bank

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ehemaliges Geldinstitut in der Friedrichstraße 22 erstrahlt in frischem Weiß und gibt heute Schwerinern ein neues Zuhause

Blendend weiß erstrahlt die Fassade des Gebäudekomplexes in der Friedrichstraße 22 Ecke Schulstraße 2/4. Ob die Männer auch so weiße Westen hatten, die um 1900 hinter der markanten Fassade ihre Geschäfte machten?

Jörg Moll vom Stadtarchiv blickt in dessen Geschichte zurück: Die Mecklenburgische Bank richtet Ende des 19. Jahrhunderts ihre Direktion in der heutigen Friedrichstraße 22 ein. Nach umfangreichen Umbauten und einem Durchbruch entsteht in den Jahren 1884/85 die markante Fassade. Bis 1910 verändert sich das Gemäuer immer wieder. Dann übernimmt Regierungsbaumeister a.D. Otto Glatz die Regie und beantragt mit dem Neubau einer Kassenhalle einen umfangreichen Umbau, der bis ins Kellergewölbe reicht. Dort entsteht in den nächsten Jahren ein etwa 30 Quadratmeter großer Tresor, dessen Wände einen halben Meter dick sind. Eine neue Treppe verbindet die Etagen miteinander.

Unterdessen wird auch der heutige Gebäudeteil in der Schulstraße 2/4 mehreren Umbauten unterzogen. Hofdekorateur Wilhelm Christmass und seine Nachfolger Wilhelm Hülsbeck und Hermann Bremer hinterlassen bis 1922 ihre Handschrift im Erdgeschoss, um den dortigen Laden zu vergrößern und zu verschönern. Dann übernimmt die Mecklenburgische Bank das Haus und erweitert wiederum seine Kassenhalle.

1930 übernimmt die Rostocker Bank, ein damaliger Konkurrent des Mecklenburgischen Geldhauses, den Gebäudekomplex. Doch die Rostocker geben den Standort alsbald auf. Das Haus fällt an die Stadt Schwerin, die hier bis 1998 verschiedene Dienststellen unterbringt.

Nachdem das Stadthaus am Packhof fertig ist und die Verwaltung hier konzentriert wird, steht die Friedrichstraße 22 leer. 2011 findet sich ein neuer Besitzer, der den Komplex saniert und zum Wohngebäude umbaut.

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