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22. September 2017 | 08:23 Uhr

Schwerin : Wohnen in der alten SED-Kreisleitung

vom

Fast zehn Jahre stand das Eckgebäude Großer Moor 2-6 leer, das sich von der Puschkin- bis zur Landesrabbiner-Holdheim-Straße erstreckt. Jetzt wollen Schweriner Investoren die ehemalige SED-Kreisleitung erneuern.

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erstellt am 18.Mär.2011 | 12:21 Uhr

Altstadt | Fast zehn Jahre stand das dominante Eckgebäude Großer Moor 2-6 leer, das sich von der Puschkin- bis zur Landesrabbiner-Holdheim-Straße erstreckt. Jetzt wollen Schweriner Investoren die ehemalige SED-Kreisleitung komplett erneuern. Gitta Kobrow, Andreas Mägerlein und Matthias Winkler entwickeln und vermarkten mit ihrer "Residenz am Alten Markt GbR" die Immobilie. In wenigen Wochen soll die Entkernung beginnen, ein Jahr später sollen die ersten Wohnungen bezogen werden.

Im Dezember erst hat die GbR den Komplex von der Stadt gekauft. "Es war stets eine gute Zusammenarbeit mit dem Amt für Wirtschaft und Liegenschaften, mit Bernd Nottebaum, Regina Czerwinski und Stefan Schlick", lobt Andreas Mägerlein, der sich mit der Sanierung von repräsentativen Stadtvillen und Mehrfamilienhäuser in Schwerin und Rostock sowie als Erschließungsträger in Plate und als Fachmann in Bezug auf zukunftsorientierte Technologien und regenerative Energien einen Namen gemacht hat.

Die Entscheidung zur Investition fiel den drei Immobilienprofis nicht schwer: "Aufgrund der zentralen Lage des Gebäudes sehen wir es als städtebauliche Herausforderung, eine Synergie herzustellen zwischen dem historischen Gebäudebestand am Markt und der Puschkinstraße, die sich in dem vergangenen Jahren immer mehr als Einkaufs- und Flaniermeile etabliert hat", erklärt Mägerlein. Und: "Nach unabhängigen Studien besteht in Schwerin ein großer Bedarf an größeren, komfortablen Wohnungen direkt in der Innenstadt."

Das Gebäude werde komplett entkernt und entsprechend den neuesten energetischen Standards saniert. Insgesamt entstehen so rund 3000 Quadratmeter Wohn- und Gewerbefläche. Rund drei Millionen Euro investiert die GbR in Zusammenarbeit mit der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin und beauftragt ausschließlich ortsansässige Handwerksfirmen, wie die Drei einstimmig erklären.

Im EG entstehen etwa 500 Quadratmeter Ladenflächen. Erste Gespräche mit Interessenten habe es bereits gegeben, berichtet Gitta Kobrow, die seit 16 Jahren in Schwerin und auf der Insel Usedom mit dem Kauf, der Entwicklung und der Vermarktung von Immobilien vertraut ist. Blumen, Deko oder auch ein Café - das Interesse sei groß. Im ersten Obergeschoss zum Großen Moor entstehen 280 Quadratmeter Bürofläche. Auch hier gäbe es bereits Interessenten.

Kernstück der Investition werden aber die 14 Wohnungen zwischen 80 und 170 Quadratmeter Wohnfläche, die alle mit Balkonen und/oder Dachterrassen ausgestattet und über einen Fahrstuhl zu erreichen sind.

"Der bestehende Keller wird zur Tiefgarage umgebaut und alle Wohnungen erhalten einen Tiefgaragenstellplatz", berichtet Matthias Winkler, der nach seiner Zeit bei der HypoVereinsbank u. a. am Schweriner Heidensee zwölf Stadtvillen-Grundstücke, 16 Eigentumswohnungen und eine Marina mit 22 Anliegerplätzen gemeinsam mit seinem Partner Mägerlein realisiert hat. Die Einfahrt zur Tiefgarage, die aus Platzgründen keine Rampe, sondern einen Fahrzeuglift erhalten wird, soll von der Landesrabbiner-Holdheim-Straße aus erfolgen. Die Gestaltung der Einfahrt erfolgt im Zusammenhang mit der Schaufensteranlage des Ladengeschäftes. Dafür müssen allerdings die Zeugnisse der ehemaligen Schweriner SED-Oberen verschwinden. Im Keller sind jetzt noch der Luftschutzbunker mit Notstromaggregat und die Sauna erhalten.

"Wir wollen die Wohnungen teilweise vermieten und teilweise verkaufen", erläutert Winkler (Telefon 0385-20 88 60). Zur barrierefreien Erschließung der Wohnungen wird ein Aufzug im Innenhof des Gebäudes Großer Moor 2 eingefügt und die Wohnungseinheiten über Laubengänge und allgemeine Flure angeschlossen.

Die alte Putzfassade im Bereich Großer Moor 2 mit den Jugendstilelementen wird laut Investoren komplett überarbeitet. Fehlende oder schadhafte Gesimse, Faschen und Stuckelemente werden in Anlehnung an das historische Vorbild repariert und das Mauerwerk instand gesetzt. Im Innenbereich erfolgt eine Kernsanierung, es werden also sämtliche alten Wasser-, Heizungs- und Elektroleitungen entfernt. Die Parkettböden - jahrzehntelang von Linoleumbelag geschützt - sind dagegen sehr gut erhalten. Andreas Mägerlein: "In den einzelnen Einheiten werden sämtliche Elektroinstallationen, Heizungs- und Sanitärinstallationen erneuert. Das Niveau orientiert sich an einer gehobenen bis sehr guten Ausstattung."

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