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Zeitung für die Landeshauptstadt

19. November 2017 | 09:59 Uhr

Äger der Woche : Wohin nur mit dem Grünschnitt?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Peter Möller ärgert sich über die neue Regelung für Äste und Gestrüpp, denn die darf er nicht mehr bündeln und auf die Biotonne legen

von
erstellt am 30.Jan.2015 | 21:15 Uhr

Peter Möller ist sauer: Jahrelang hat der Schweriner den Grünschnitt vom Ausschneiden seiner Gartenbäume gebündelt und auf die Komposttonne gepackt. „Das wurde von der Heck-Humus Kompostierungsgesellschaft immer mitgenommen. Doch das ist ja nun vorbei“, sagt der Rentner aus Neumühle. Denn seit Jahresbeginn ist die Schweriner Abfallentsorgungs- und Straßenreinigungsgesellschaft (SAS) für die Biotonnen in der Stadt zuständig. Bei der SAS heißt es ganz klar: „Wir nehmen nur das mit, was auch wirklich in der Tonne gelandet ist. Es ist uns von der Stadt gar nicht gestattet, – also Bestandteil des Vertrages – dass wir Sträucherbündel oder anderes Grün mitnehmen“, lautet die Antwort auf Nachfrage der Redaktion. Peter Möller kennt diese Sätze. „Aber das ist doch ein Unding. Dann wurde mir gesagt, ich soll den Grünschnitt zu den Wertstoffhöfen bringen. „Ich bin schon älter, ich habe kein Auto und Hänger, mit dem ich das abfahren kann. Und sicher bin ich nicht der einzige Schweriner mit dieser Sorge“, sagt Möller mit fester Überzeugung. Und bepackt mit Strauchbündeln in den Bus zu steigen, würde sicher auch bei den Busfahrern nicht gut ankommen, ist er überzeugt.

Bei der SAS bietet man ihm an, den Grünschnitt in den dafür vorgesehenen Papiersäcken zu entsorgen. Doch dafür müsste der Rentner die Äste klein schneiden. „Das Zerkleinern wäre ja machbar, aber bei so einem Grundstück auch mehr als eine Tagesaufgabe, denn das müssen ja alles sehr kleine Stücke werden. „Und wirklich stabil sind die Papiersäcke auch nicht“, moniert der 68-Jährige. Gerade bei nassem Wetter würden sie schnell reißen. „Die sind wirklich nur was für Laub!“

Möller hat derzeit noch einige der Säcke liegen, ein Bekannter hat sie ihm mitgebracht. „Das ist doch auch wieder so ein Ding: Wie soll ich denn da hinkommen und mir die Säcke holen, ich bin nicht mehr so mobil“, fragt der Rentner.

Bei den Stadtwirtschaftliche Dienstleistungen Schwerin (SDS), die für die Müllentsorgung in der Landeshauptstadt zuständig sind, gibt man sich auskunftsfreudig: „Wir kennen das Problem, aber schon seit Jahren ist es nicht angedacht gewesen, dass Sträucher und Äste gebündelt und auf die Biotonnen gelegt werden. Das waren dann Absprachen von Heck-Humus und den Anwohnern, die Stadt hat so etwas nie vorgesehen“, heißt es von den Mitarbeitern der SDS. Hinzu kommt der Hinweis, dass sperrige Äste und Sträucher auch bei den Wertstoffhöfen abgegeben werden können. In Schwerin gäbe es einen Hof im Ziegeleiweg 12 in Lankow und einen weiteren in der Cottbuser Straße in Neu Zippendorf. Doch auch das sind Orte, die für den Neumühler ohne Auto nicht erreichbar sind.

„Früher durften wir die Äste verbrennen, das war wesentlich besser. Die Lösung mit der Tonne und den Papiersäcken ist für uns als Rentner ohne Auto einfach nicht akzeptabel“, betont Peter Möller. Denn nicht nur die Sträucher auf seinem Grundstück muss der Neumühler entsorgen: „Wir wohnen an einem öffentlichen Weg. Die Sträucher der Stadt wuchern auch auf unser Grundstück, das müssen wir alles mit kurzhalten und auch entsorgen.“

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