Mitvertrag der Schweriner Job-Verwaltung läuft aus : Wohin mit der Arbeitsagentur?

Seit 1993 nutzt die   Arbeitsverwaltung den Margaretenhof. Nun denkt sie über einen neuen Standort nach. Reinhard Klawitter
Seit 1993 nutzt die Arbeitsverwaltung den Margaretenhof. Nun denkt sie über einen neuen Standort nach. Reinhard Klawitter

Bleiben die Arbeitsagentur und das Jobcenter Schwerin auf dem Margaretenhof oder ziehen sie auf den Dreesch? Der Mitvertrag läuft aus - zwei Investoren haben ihr Interesse bekundet.

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07. September 2012, 05:23 Uhr

Schwerin | Bleiben die Arbeitsagentur und das Jobcenter auf dem Margaretenhof oder ziehen sie auf den Großen Dreesch? Eine Frage, die derzeit hinter den Kulissen heftig diskutiert wird. Zwei Investoren ringen um die Arbeitsvermittlung.

Der Mietvertrag der Agentur für die Räume auf dem Margaretenhof läuft aus. Deshalb gab es eine Ausschreibung, um die Unterbringung für die kommenden Jahre sicher zu stellen. "Wir erhielten aber kein verwertbares Angebot", sagt der stellvertretende Agenturleiter Lothar Michael. Deshalb hat sich die Geschäftsführung an zwei Investoren gewandt, die ein mögliches Interesse bekundet hatten: Die Eigentümergemeinschaften des Margaretenhofes und ein Schweriner Immobilienentwickler, der auf dem Großen Dreesch, dort, wo einst die Norddeutsche Wohnwelt stand, ein Bürohaus für die Arbeitsagentur hochziehen möchte.

Mit beiden Anbietern wurden Gespräche geführt. "Die Verhandlungen sind soweit abgeschlossen, dass wir nun klare Angebote auf dem Tisch haben", sagt Michael. "Derzeit läuft die Auswertung." Dabei spielt nicht nur die Höhe der Miete eine Rolle. Es geht beispielsweise auch um die Größe der Büros oder den Wärmeschutz der Gebäude.

"Die Vermieter vom Margaretenhof haben durch die Arbeitsagentur bisher bestimmt gut verdient", sagt ein Schweriner Immobilienfachmann. "Wenn jetzt ein Konkurrenzangebot vorliegt, könnten sie mit ihren Forderungen durchaus etwas runter gehen." Denn die Eigentümergemeinschaften haben gute Gründe, die Agentur für Arbeit und das Jobcenter in dem Einkaufszentrum zwischen Lankow und Warnitz zu halten. Die Kunden der Arbeitsvermittlung sind auch potenzielle Kunden der Geschäfte auf dem Margaretenhof. Und der hat ohnehin schon so manchen Geschäftsinhaber verloren, weil es eben schwierig ist, den erforderlichen Umsatz zu generieren - es gibt schließlich auch andere Einkaufszentren in der Stadt. Deshalb: Weniger Bürger in der Arbeitsagentur sind auch weniger Umsatz in den Läden.

Nach Informationen unserer Zeitung sollen die Eigentümer daher nur noch einen symbolischen Mietzins, aber die vollen Betriebskosten verlangen. Die aber sind nicht ohne. Denn der 1993 eröffnete Margaretenhof wurde nach völlig anderen technischen Standards gebaut, als ein heute zu errichtender Neubau. "Da müssten wohl die Fenster ausgewechselt und an der Wärmedämmung etwas verbessert werden", erläutert der Immobilienkenner.

Diese Probleme gäbe es bei einem Neubau neben der AOK-Zentrale auf dem Großen Dreesch natürlich nicht. Dort könnte genau nach den Wünschen und Anforderungen der Arbeitsagentur gebaut werden. Die Einhaltung der neuesten Wärmeschutzverordnung wäre auch kein Thema. Und der Investor will mit der Arbeitsagentur auch Geld verdienen und wird deshalb ein lukratives Angebot unterbreitet haben.

Wenn sich aber die Arbeitsvermittlung für den Großen Dreesch entscheiden sollte, kommt ein nicht unwesentliches Problem auf sie zu: Wo bleiben während der etwa zweijährigen Bauzeit? Die Vermieter vom Margaretenhof sind nicht bereit, für zwei Jahre einen Mietvertrag abzuschließen, sie wollen wieder einen Zehn-Jahres-Kontrakt. Und Ausweichquartiere in der erforderlichen Größenordnung sind in Schwerin kaum zu finden. Im Gespräch war beispielsweise schon das imposante Gebäude der ehemaligen Reichsbahndirektion am Bahnhof. Sicher eine schöne Lösung für den schon lange leer stehenden Bau. Allerdings - er ist zu klein.

Die Wege der Kunden spielen bei all den Überlegungen offenbar nur eine untergeordnete Rolle. Ob nun mit der Bahn zum Margaretenhof oder mit der Straßenbahn auf den Großen Dreesch ist eigentlich egal, heißt es.

In ein paar Wochen will die Arbeitsverwaltung aber soweit sein, um eine Entscheidung fällen zu können. "Zum heutigen Zeitpunkt ist da noch alles offen", sagt Lothar Michael.

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