Schweriner Tierhalter fragen : Wohin fließt die Hundesteuer?

Dem Vierbeiner ist es egal, aber Herrchen oder Frauchen müssen für den treuen Begleiter Hundesteuer zahlen.
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Dem Vierbeiner ist es egal, aber Herrchen oder Frauchen müssen für den treuen Begleiter Hundesteuer zahlen.

Fast 362 000 Euro zahlten Tierhalter im Jahr 2015 in die Stadtkasse – und beteiligten sich so an der Finanzierung aller kommunalen Ausgaben

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01. Juni 2016, 05:00 Uhr

361 832 Euro hat die Stadt im Jahr 2015 an Hundesteuern eingenommen – 61 832 Euro mehr als erwartet. Die Verwaltung verbucht die Summe als Erfolg, zurückzuführen auf die im vergangenen Jahr angelaufene Hundezählung. So mancher Besitzer der registrierten 3747 Vierbeiner in Schwerin fragt sich allerdings, wofür die Stadt seine Steuergroschen eigentlich ausgibt. „Wird das Geld auch wirklich für den Tierschutz verwendet?“, wollte eine SVZ-Leserin wissen.

Die Antwort von Stadtsprecherin Michaela Christen: zunächst mal grundsätzlich. „Die Hundesteuer kann nicht zweckgebunden für den Tierschutz eingesetzt werden“, sagt Christen. Anders als andere Abgaben wie Beiträge, Gebühren oder eine Maut dienten Steuern zur Finanzierung aller städtischen Aufwendungen. Darunter seien aber natürlich auch Ausgaben für den Tierschutz, etwa der Zuschuss für den Zoo, so die Stadtsprecherin. Mit 86 600 Euro im Jahr unterstütze die Stadt außerdem das Tierheim in Warnitz, das für die Kommune vertraglich vereinbarte Pflichtaufgaben erbringe, zum Beispiel die Unterbringung von Fundtieren. Und dann gäbe es ja auch noch Kosten, die die Vierbeiner direkt im Stadtbild verursachten – mit ihrem Geschäft, erklärt Christen.

80 Hundekotbeutel-Spender gibt es nach Angaben der Stadtsprecherin aktuell in Schwerin. Der Tütenverbrauch belaufe sich auf mehr als 1,2 Millionen Stück im Jahr und verursache Kosten von 16 000 Euro für Material und Verteilung. Laut Schätzungen der Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen kommen im Jahr gut 370 Tonnen Hundekot in Schwerin zusammen. Tatsächlich würden die SDS große Anstrengungen für die Sauberkeit in der Stadt unternehmen, betont Christen. So werde in der Saison zusätzlich ein Minijobber für die Reinigungsarbeiten eingestellt. Kostenpunkt: rund 7000 Euro.

Beim Thema Hundekot freilich scheiden sich die Geister: Während viele Hundehalter schon ein bisschen genervt auf den erhobenen Zeigefinger des Ordnungsamtes reagieren, sich zu Unrecht verdächtigt fühlen, könnten es manche Besitzer von Vierbeinern aus der Sicht etlicher Bürger mit dem Hundekot durchaus etwas genauer nehmen. „In der Weststadt wird es immer schlimmer“, berichtet eine Leserin am Heißen Draht unserer Zeitung. Überall fände man Haufen, auf Gehwegen, auf Rasenflächen, sogar unter dem eigenen Balkon.

Stadtsprecherin Christen zeigt sich überrascht: Hinweise über besonders starke Verschmutzungen in einzelnen Stadtteilen habe die Verwaltung nicht, versichert sie. Auch beim Beschwerdemanagement lägen keine entsprechenden Informationen vor. Allgemein gelte aber: „Hundekot auf Gehwegen ist in dichter bebauten und mit weniger Auslaufflächen versehenen Stadtteilen offensichtlicher“, so Christen.


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