Schwerin : „Wölfe gibt es nur im Zoo“

Zur Zeit soll es keine freilebenden Wölfe in und um Schwerin geben.
Zur Zeit soll es keine freilebenden Wölfe in und um Schwerin geben.

Oft werden Hundespuren fälschlicherweise für die seines Vorfahrens gehalten / In Schwerin gibt es derzeit keine bestätigten Vorkommen

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08. Dezember 2014, 12:00 Uhr

Über 100 Jahre war der Wolf in Deutschland ausgestorben. Doch das Raubtier ist zurück. Immer wieder werden Wolfsspuren gefunden – auch in der Nähe Schwerins. Jägern und Mitarbeitern des Landesamts für Umwelt, Naturschutz und Geologie (Lung) werden von Zeit zu Zeit Wolfsfährten gemeldet. Doch oft werden die Spuren fälschlich für die Abdrücke des Räubers gehalten. „Wolfsspuren zu entdecken und diese nicht mit Abdrücken von Hunden zu verwechseln, ist selbst für Experten schwer“, erklärt Sabrina Höft, Mitarbeiterin des Zoos Schwerin. Oft sei der Boden im Wald matschig, wenn dann ein Hund dort umherläuft, hinterlasse er wolfsähnliche Spuren. Durch die Nässe im Boden würden die Abdrücke aufweichen und größer werden, berichtet Höft.

„In Schwerin wurde die letzte Wolfssichtung im Sommer 2013 bestätigt“, so die Lung-Mitarbeiterin Kristin Zscheile. Der Schafsriss südlich der Göhrener Tannen konnte durch genetische Analysen nachträglich einem Wolf zugeordnet werden. Weiter berichtet Zscheile, dass seit 2007 insgesamt 25 Vorfälle mit getöteten oder verletzten Nutztieren bekannt seien. Der Stadtjägermeister Hans Hovemann sieht jedoch Schwierigkeiten auf die Bevölkerung zukommen: „Ich sehe da Probleme, ähnlich wie beim Kormoran.“ Denn dieser sei zunächst geschützt gewesen, bis die Bundesregierung gezwungen gewesen sei zu reagieren und ihn zum Abschuss freizugeben. „Ich habe Angst, dass die Zahl der Wölfe unkontrolliert wächst“, so Hovemann. Davon kann jedoch nicht die Rede sein, meint Sabrina Höft und warnt gleichzeitig vor Panikmache. „Viele Menschen haben immer noch Angst und halten den Wolf für einen Menschenfresser, das ist er aber nicht.“ Wölfe seien menschenscheu und leben fast ausschließlich in bewaldeten Gebieten. Ihrem Wissen nach gäbe es derzeit im Raum Schwerin nur Wölfe im Zoo. Außerdem müsse viel Wild als Nahrung vorhanden sein. Dem pflichtet der Stadtjägermeister bei: „Ein Wolf kann bis zu 15 Kilogramm Fleisch auf einmal fressen. Zum Vergleich: Ein ausgewachsenes Reh wiegt etwa 12 Kilo.“ Außerdem frage er sich, wer den Landwirten den durch die Wölfe entstehenden Schaden bezahle. „Die Menschen, die die Wölfe wieder ansiedeln möchten, machen sich keine Gedanken über diese Probleme“, meint Hovemann. Dem widerspricht Höft: „Bei uns im Zoo klappt es ja auch mit Strom in den Zäunen. Das schützt auch das Vieh der Bauern.“

Laut Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie gibt es in MV derzeit zwei Rudel und vier Einzeltiere. Keines davon in der Nähe von Schwerin.

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