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Neue Baustelle Schwerin : Wo soll die Straßenbahn nun fahren?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Stadt prüft drei Varianten für Wittenburger Straße

svz.de von
erstellt am 08.Dez.2015 | 21:00 Uhr

Die Stadtvertretung hat mit dem Haushalt der Landeshauptstadt für 2016 auch den Investitionsplan beschlossen. Doch um eines der Hauptvorhaben gibt es Streit: Im Zuge der Sanierung der Wittenburger Straße ist der dritte und letzte Bauabschnitt, der Bereich zwischen Eisenbahnbrücke und Lübecker Straße, der umstrittene. Konkret geht es um die Lage der Straßenbahngleise (SVZ berichtete). Die Stadtvertretung hat die Planungen freigegeben, aber drei Varianten gefordert.

Die umreißt Baudezernent Bernd Nottebaum so: Variante eins sieht vor, dass die Straßenbahn bergab fahrend gleich nach der Brücke von der rechten Fahrbahnseite auf das alte Gleis auf der linken schwenkt. Variante zwei sieht das Umschwenken weiter unten auf der Hälfte der Strecke zwischen Reiferbahn und Lübecker Straße vor und Variante drei ganz unten im Abschnitt zwischen Lübecker Straße und Marienplatz. Die wird von der Bauverwaltung favorisiert, weil dann Radfahrer die Wittenburger Straße aufwärts keine Bahn im direkten Gegenverkehr hätten. Doch für die Variante müssten 30 Meter des neuen Pflasters aufgenommen und nach der Gleisverlegung wieder eingebaut werden.

Das stört die Anlieger gewaltig. „Hier soll Geld zum Fenster rausgeschmissen werden“, kritisiert Astrid Andert, die ein Modestudio in der Wittenburger Straße hat. Noch mehr aber stört sie und andere Anwohner, dass vor ihrer Haustür schon wieder eine Baustelle aufgemacht werden soll. „Das ist unerträglich. Die Häuser hier stehen auf Feldsteinfundamenten. Wenn die Rüttelmaschinen anrücken, fällt der Putz von den Wänden und die Gebäude bekommen Risse.“ Bei den Bauarbeiten vor zwei Jahren seien viele Schäden entstanden, deren Beseitigung die Eigentümer zum Teil selbst bezahlen mussten. Deshalb haben Astrid Andert und weitere Anlieger an die Stadt geschrieben und diese Pläne vehement abgelehnt.

Nottebaum beschwichtigt. Die Bauzeit betrage maximal acht Wochen. Es müssten keine Hauptleitungen verlegt werden, höchstens einige Hausanschlüsse und mit dem neuen Gleisbett würden die Schwingungen besser gedämpft.

Die Anwohner indes sind damit nicht zufrieden, fordern gemeinsame Ortsbegehungen mit der Bauverwaltung. Carsten Bierstedt vom Amt für Verkehrsmanagement bittet um Sachlichkeit: „Wir haben jetzt erst die Planungsfreigabe. Verlässliche Aussagen zu den Varianten, Kosten und Bauzeiten können erst gemacht werden, wenn die detaillierten Pläne vorliegen“.

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