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Zeitung für die Landeshauptstadt

16. Dezember 2017 | 08:23 Uhr

Mehr Wohnraum : Wittenförden will wieder wachsen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nachfrage nach Wohnungen ist groß: Gemeinde will einen Zweigeschosser errichten und Grundstück für drei Häuser erschließen

von
erstellt am 11.Feb.2015 | 09:30 Uhr

Seit zwölf Jahren habe die Gemeinde Wittenförden nicht so bauen dürfen, wie sie gewollte hätte. Das sagt Bürgermeister Manfred Bosselmann. „Lückenbebauung war zwar immer möglich, aber mehr auch nicht. Diese ist mittlerweile abgeschlossen.“ Ein so genanntes Abstimmungsgebot zwischen den Umland-Gemeinden und Schwerin macht es Kommunen wie Wittenförden schwer, für mehr Wohnraum zu sorgen. Bosselmann: „Wir müssen immer Schwerin fragen, ob wir bauen dürfen. Die Stadt hat ein Mitspracherecht. Und die Antwort lautet generell nein.“ Denn die Landeshauptstadt soll als Oberzentrum nicht geschwächt, die Entwicklung dort vorangetrieben werden. Das führte dazu, dass in Wittenförden seit Jahren kein neues Baugebiet entstand, so Bosselmann weiter. Die Einschränkungen hätten schon etwas mit Restriktionen zu tun, meint er.

Doch jetzt wolle sich die Gemeinde unbedingt wieder mehr im kommunalen Wohnungsbau engagieren. Bosselmann erklärt den Grund: „Wir haben derzeit keine Möglichkeit, junge Leute mit Wohnraum zu versorgen. Junge Leute und Familien, die aus ihren Elternhäusern ausziehen wollen, haben oft das Nachsehen. Wir können sie nicht mit Wohnraum in Wittenförden versorgen, obwohl die Nachfrage da ist.“

Derzeit leben 2619 Einwohner in Wittenförden. Zu besten Zeiten, 2005, waren es mal 2836. Damals waren zusätzlich noch mehr als 300 junge Leute mit einem Nebenwohnsitz in Wittenförden gemeldet, erinnert der Bürgermeister. Auch um der jungen Generation entgegenzukommen, wolle die Gemeinde handeln.

Geplant ist, einen zweigeschossigen Bau mit zwölf Wohnungen zu errichten – in einem bereits genehmigten Bebaungsgbiet. Auf dieser Fläche würde es noch freie Kapazitäten geben, die man nun nutzen wolle. Entstehen soll er auf einer kommunalen Fläche zwischen Schule und Einkaufszentrum. Die Gemeinde werde den Bau finanzieren und die fertigen Wohnungen vermieten. Es gäbe schon viele Anfragen und sogar Mietanträge von jungen Familien, sagt der Bürgermeister. Für die Planung stellt Wittenförden dieses Jahr 100 000 Euro in den Haushalt ein. Der Bau selbst werde ersten Schätzungen zufolge zwischen 1 und 1,5 Millionen Euro kosten und soll im nächsten Jahr fertig sein. Finanziell sei das Projekt machbar. Die Gemeinde hat 2,3 Millionen Euro in der Rücklage und wird in diesem Jahr voraussichtlich 800 000 Euro ausgeben: unter anderem für Bau- und Planungsmaßnahmen und die Anschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeugs.

Mit den geplanten zwölf Wohnungen wird Wittenförden dann über insgesamt 70 kommunale Wohnungen verfügen. Die bisherigen 58 seien alle vermietet, es gibt keinen Leerstand. Die Gemeinde habe nach der Wende großen Wert darauf gelegt, ihren Wohnraum zu behalten und nicht zu veräußern. Auch darin sehe sie ihrer soziale Verantwortung, betont der Bürgermeister und verweist auf die Mieteinnahmen, die einen verlässlichen Posten im Haushalt darstellen. „Wir wollen mit den Einnahmen nicht reich werden, die Mieten werden den ortsüblichen angepasst.“

Außerdem sollen in diesem Jahr drei Bauplätze auf dem Gelände des ehemaligen Schulgartens im Dorf geschaffen werden. Die Kommune wolle die Grundstücke erschließen und an Interessierte verkaufen. Weil die Nachfrage groß sei, werden die Flächen zum Verkauf öffentlich ausgeschrieben.

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