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Zeitung für die Landeshauptstadt

20. September 2017 | 02:24 Uhr

Schwerin feiert : Wittenburger Berg wieder frei

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Baustelle nach drei Jahren früher fertig als geplant. Großes Straßenfest zur Einweihung. Straßenbahn fährt seit heute Morgen wieder.

svz.de von
erstellt am 15.Jul.2017 | 05:00 Uhr

„Endlich ist alles wieder beim Alten. Es hat zwar lange gedauert, aber jetzt ist wieder alles normal“, sagt Margret Drefers. Gemeinsam mit ihrem Partner Ulrich Au ist die Anwohnerin aus der Fritz-Reuter-Straße wie viele andere Schweriner zur feierlichen Eröffnung des Wittenberger Bergs gekommen. Drei Jahre hatte es gedauert, bis die Bauarbeiten an der Brücke und die Versetzung der Gleise abgeschlossen waren. Nun läuft alles wieder seinen geregelten Gang, ab vier Uhr morgen früh fahren die Straßenbahnen der Linie 2 wieder über die Haltestelle Wittenburger Straße.

Zur Freigabe der Baustelle rollte am heutigen Nachmittag die Traditionsbahn des Schweriner Nahverkehrs vom Platz der Freiheit zum Platz der Jugend, Kinder konnten sich schminken lassen und die Musiker der Band „The Marching Saints“ sorgten bis zum frühen Abend für gute Stimmung. „Unser Dank gilt vor allem den fleißigen Bauarbeitern, die zwei Wochen vor dem geplanten Termin fertig geworden sind“, sagte Oberbürgermeister Rico Badenschier bei der Eröffnungszeremonie. „Für die Inhaber der Geschäfte vor Ort war es nicht leicht. Doch jetzt kehrt hier wieder Leben ein. Der Lohn für das lange Warten“, sagte Baudezernent Bernd Nottebaum.

Nicht nur das lange Warten, sondern auch die Umverlegung der Gleise stießen bei vielen Schwerinern in den vergangenen Monaten auf Unverständnis. „Ich kann mir das bis heute nicht erklären, wie das passieren konnte. Mir kam es immer wie ein Schildbürgerstreich vor“, erzählt Drefers. Die 80-Jährige lebt seit 56 Jahren in Schwerin und ist seit einigen Jahren auf Bus und Straßenbahn angewiesen. „In meinem Alter fällt einem das Laufen nicht mehr so leicht. Deswegen ist es schön, dass der Nahverkehr jetzt wieder über die Wittenburger Straße fährt“, sagt Drefers.

Vom einem „historischen Schritt“ spricht Verkehrsamtsleiter Bernd-Rolf Smerdka. „Die elektrische Straßenbahn wurde 1908 von Herzog Friedrich Franz IV. eingeweiht. Bis zum heutigen Tage fuhr die Bahn dabei aber immer auf der falschen Seite“, erklärt Smerdka. Die umverlegten Gleise hätten dabei einen großen Vorteil: „Wenn an anderen Orten in der Stadt gebaut wird, kann hier beidseitig umgeleitet werden.“ Margret Drefers stören die geplanten Baustellen wenig. „Wenn ich fahre, dann mit Bus und Bahn. Und das am liebsten über den Wittenburger Berg.“

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