Wittenburg Village : Wittenburg macht Schwerin nervös

Der große Ansturm ist zwar noch Zukunftsmusik, aber wie hier in Soltau wird auch in Wittenburg die Eröffnung des Outletcenters mit Sicherheit die Massen anlocken.
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Der große Ansturm ist zwar noch Zukunftsmusik, aber wie hier in Soltau wird auch in Wittenburg die Eröffnung des Outletcenters mit Sicherheit die Massen anlocken.

Politik und Wirtschaft kritisieren die Genehmigung des Wittenburg Village – Touristiker sehen Chance für die Landeshauptstadt

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13. Dezember 2017, 20:30 Uhr

In der Landeshauptstadt macht sich Enttäuschung breit. Wirtschaft und Politik hatten immer noch gehofft, dass das „Wittenburg Village“ an der Autobahn A 24 nicht gebaut werden darf. Doch am Mittwoch hat Infrastrukturminister Christian Pegel das Vorhaben genehmigt.

„In Schwerin versuchen wir den Einzelhandel in der Innenstadt zu konzentrieren. Da ist ein Factory-Outlet-Center auf der grünen Wiese in Wittenburg kontraproduktiv“, sagt der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses, Stefan Schmidt. Das hatten die Stadtvertreter schon im Sommer vergangenen Jahres so gesehen und die damalige Oberbürgermeisterin mit großer Mehrheit beauftragt, gegen das Vorhaben Widerspruch einzulegen. Die Stadtvertreter sahen im geplanten Factory Outlet-Center im „Wittenburg Village“ negative Auswirkungen auf den Einzelhandel in Schwerin.

Oberbürgermeister Rico Badenschier hat sich enttäuscht über die Entscheidung des Ministeriums zur Zulassung eines Factory-Outlet-Centers im „Wittenburg Village“ geäußert. „Schwerin bedauert diese Entscheidung. Bei den seit Jahren stagnierenden Umsätzen im stationären Einzelhandel fürchten wir für die Landeshauptstadt negative Auswirkungen. Deshalb hat sich die Stadt klar gegen Pläne für ein Factory-Outlet-Center in Wittenburg ausgesprochen.“

Auch die Chefin der Stadtmarketinggesellschaft, Martina Müller, hat „Bauchschmerzen“ wegen des Outlet-Centers. „Das wird den Einzelhandel in Schwerin massiv treffen.“ Den Bau eines Feriendorfes im Wittenburg Village begrüßt die Touristikerin dagegen ausdrücklich. „Das bringt Gäste in die Region und wir werden alles dafür tun, viele davon nach Schwerin zu holen.“

Der Centermanager der Marienplatzgalerie, Henner Schacht, bleibt dagegen gelassen. „Das ist der Wettbewerb, wir müssen uns darauf einstellen.“ In der Stadt müsse jetzt aber alles getan werden, dass „uns die Kunden treu bleiben“.

Andere Stimmen der Wirtschaft wundern sich dagegen, dass die Landesregierung ihre eigenen Vorgaben ignoriert und das Wittenburg Village entgegen der Festlegungen im Regionalen Raumentwicklungsprogramm Westmecklenburg genehmigt.

Schwerin steht in der bisherigen Diskussion um die Investition in Wittenburg mit seiner Ablehnung allein da. In vielen Umlandgemeinden herrscht darüber Unverständnis. Überall besteht die Ansicht, dass das Wittenburg Village „eine Sogwirkung für die ganze Region“ haben werde. „Es bleibt zu hoffen, dass die prognostizierte Sogwirkung für die Region tatsächlich eintritt und dass sie die negativen Effekte überwiegt, die Einzelhändler in Schwerin und anderen Städten nun hinnehmen müssen“, so Oberbürgermeister Rico Badenschier. Ähnlich sieht es auch Wirtschaftsausschusschef Stefan Schmidt. „Am Ende wird sich zeigen, ob sich unsere Bedenken bewahrheiten.“

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